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Göltzschtalbrücke

Sonnabend
14. August 2021

 
|Übersicht|
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_______Greiz

Runde von Greiz

Nach dem gestrigen Ruhetag wollten wir uns heute die Göltzsch­tal­brücke, die größte Ziegelsteinbrücke Europas, anschauen. Dafür hat­ten wir uns eine fünfzehn Kilometer lange Wanderstrecke, von Greiz ausgehend, herausgesucht. Allerdings mußten wir uns vorher noch mit etwas Wanderproviant ausstatten, der zu unserem Brot passen sollte. Uns schwebte der Besuch eines Fleisches vor. Auf einem Kurzzeitparkplatz im Herzen der Stadt Greiz stellten wir das Auto ab. Dreizig Minuten sollten doch reichen, den Einkauf zu erledigen. Der Marktplatz lag wie ausgestorben und auch von Läden für die täglichen Bedürfnisse weit und breit nichts zu sehen. Nur Schmuck oder Immobilien wurden feilgeboten. Ich fragte eine betagte Grei­zerin, wo denn der nächste Fleischer wäre. Nach längerem, verstörtem Schweigen meinte sie, zwei Querstraßen weiter rechts um die Ecke müßten wir einen finden. Inzwischen hatten die Auslagen Heidi in den Delikatessenladen gelockt und sie dort ein passendes Angebot gefunden. Die Verkäuferin lobte die Zusammenstellung der gekauften Waren vor allem wegen des ergänzten Weines als sehr zielführend für einen Wander­proviant. Knapp zwanzig Minuten hatten wir für die ganze Aktion doch gebraucht. Aber wir hatten auch erfragt, daß der Baumarkt (Hellweg) an der Straße nach Plauen liegt. Der dortige Parkplatz war bei Kommod als günstiger Startpunkt empfohlen worden. Dem Navi gab ich das Ziel Plauen vor, was dann dummerweise wegen der Priorität der schnellsten Verbindung nicht am Baumarkt vorbei führte. Nach einem erneutem Anfahren des Zentrums, wenden und befolgen der Hinweisschilder fanden wir endlich unseren Start­punkt.

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Am Köhlersteig_________Die Göltzsch_____________________________Heidi am Steig

Und schon nach dem Schuhwechsel konnte es losgehen. Wir ließen uns von Komoot führen und vertrauten der Strecke des Vorwanderers. Im Nachhinein hätten wir besser auf dem ausgezeichneten Wanderweg bleiben sollen. Das hätte uns ein bißchen Kletterei erspart, nichts Schwieriges aber eigentlich nur unbequem und ohne ersichtlichen Mehrwert. Ansonsten war der Köhlersteig 1628935332600.jpg
Ganz schön enge
angenehm zu gehen, die Köhlerspitzen boten schöne Ausblicke und die uns begegnende Wandergruppe zeugte von die allgemeine Attraktivität des Weges. Im Anschluß an den Köhlersteig wird der Weg breiter und an der Salzstraße auf Höhe der Teiche schlammiger, weil der Friesenbach auf seinem Weg in die Göltzsch alles durch­weicht. Als ich etwas tiefer einsank und einen großen Schritt auf eine feste Stelle machte, erwies sich diese aber als schmierig, ich rutschte also nach vorne weg, landete auf dem Knie des im Schlamm steckenden Beines, wobei ich der Ballance wegen die Arme aus­brei­tend den Weidezaun kontaktierte. Der direkt folgende Stromschlag löste sofort einen Wadenkrampf im weggerutschten Bein aus. Wird ein toller Anblick gewesen sein. „Mußt du dich immer so dreckig machen?” war Heidis Kommentar. Wo sie recht hat, hat sie recht.

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Unter der Brücke________Ketzels Mühle__________________Und nochmal die Brücke

Wir gingen weiter an der Göltzsch entlang, bis wir eine Stelle fanden, den Schlamm von den Schuhen und dem Bein abzuwaschen. Alles wieder fein für die hoffentlich vorhandene Gastronomie. Wie unterquerten staunend die riesige Eisenbahnbrücke, gelangten in eine Parkanlage, in der uns ein Schild den Weg zum Imbiß wies. Dafür durften wir über das Ge­län­de der Firma Ketzel stiefeln, die ein Museum betreibt. Das Bier war kühl und erfrisch­te merklich. Für den Rückweg wählten wir die zwei Kilometer kürzere Südroute. Da die Göltzsch die Grenze zwischen Thüringen und Sachsen darstellt, hielten wir unsere Jause heute auf einem Holzstapel sitzend in Sachsen ab.

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Blick vom Holzstapel
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Prachtvoller Falter

Auf schattigen Wegen gelangten wir an die alte Papierfabrik, von wo aus es nur noch ein Katzensprung zum Auto war. Jetzt täte ein kühles Bad gut. Das dachte sich das Navi auch und machte keinen Zucker mehr. Aber die Pöhltalsperre ist ja nicht weit und auf der Straße nach Plauen waren wir ja schon. Außerdem hatten wir in Zeulenroda einen aktuellen Auto­atlas erworben. Der kam aber erst zum Einsatz, als uns die analoge Wegweisung nicht mehr nachvollziehbar beziehungsweise Lücken behaftet schien. Man ist nichts gutes mehr gewohnt. Wir suchten und fanden den gestern genutzten Parkplatz, liefen aber nicht den Kilometer zum Wassersportzentrum sondern überquerten wo die Straße zur nächst­ge­le­ge­nen Liegewiese. Die eine gekaufte Parkstunde sollte reichen, uns zu erfrischen.

Auf dieser Seite des Stausees sind die Hundebesitzer klar in der Überzahl und lassen ihre Lieblinge planschen und aus dem Wasser Stöckchen apportieren. Durch den Wind war auch die Wasseroberfläche nicht so glatt wie gestern. Aber egal, Hauptsache eine Runde zur Abkühlung schwimmen. Heidi drängelte etwas. Sie dachte, sie hätte dafür samstags bei Netto eine Öffnungszeit bis 19.00 Uhr gesehen. Nachdem wir uns mit Karte und Kompaß durch Plauen gearbeitet hatten, bogen wir an einem großen Industriegebiet zum Kaufland ab. Da waren wir auf der sicheren Seite. Die letzten Einkäufe wurden getätigt und als wir am Netto vorbei fuhren, stand dort, daß um 20.00 Uhr Feierabend wäre. Jetzt wußten wir's. Heidi bereitete die gerade erworbenen Gnocchi mit Schinken. Und ich konnte sogar noch die Zusammenfassung des Union Spiels sehen. Sie hatten zu Hause gegen Leverkusen ein 1:1 erzielt, das mir eher glücklich erschien.

Nach dem Essen wollten wir wie immer raus an die frische Luft. Wir ließen uns an unserem Gartentisch nieder und frönten unseren Hobbys - Lesen und Schreiben, als Adelheid und Gerd mit weiteren Verwandten eintrafen. Durch die lästigen Mücken, wir hatten Autan eingesetzt, wurden sie mit ihren Gästen nach Innen vertrieben. Gerd hatte schon angeboten, daß wir uns dazu gesellen könnten, denn wir würden ähnlich ticken. Was für ein Kompliment! Als Adelheids Schwester uns zum zweiten Mal aufforderte, doch hinein­zu­kommen, zeigte sich eine Sternschnuppe. Das musste ein Zeichen sein. Adelheids Schwester heißt Bettina und ihre Tochter Heidi ist mit Jens verheiratet. Dazu kam noch Thomas, der über vierzig Jahre Lokführer war und jetzt wieder in Güstrow lebt. Die Themen gingen uns ebenso wenig aus wie die Getränke und selbst als die Bekannten und Verwandten unserer Gastgeber nach Hause gestreckt waren, saßen wir noch bis halbzwei. Unglaublich!

Gute Nacht!

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