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Osterburg

Sonntag
15. August 2021

 
|Übersicht|
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_______Weida

Ritterfest in Weida

Heute haben wir bis 9.00 Uhr ausgeschlafen. Da das Weidaer Zen­trum wegen des heutigen Ritterfestes gesperrt war, schaute ich in Google Maps nach einem geeigneten Parkplatz. Der an der alten Leder­fabrik stach mir ins Auge, denn von dort sind es nur wenige Meter bis zur Osterburg. Über Nacht hatte ich das streikende Navi am Ladegerät gelassen. Es reagierte aber immer noch nicht normal, also eher gar nicht. Als ich nun den Einschalteknopf in meiner Ver­zwei­fe­lung länger gedrückt hielt und mich schon mit anderen Gedanken beschäftigt da, sah ich plötzlich den Startbalken aufleuchten. Na bitte, geht doch. Vielleicht war dem Gerät gestern im sonnenbeschienenen Auto zu heiß geworden und der Akku hatte sich entladen. Jedenfalls verschluckte die Wegweiserin des Öfteren irgendwelche Halbsätze „In 150 Metern...”? und später „...biegen Sie links ab!”. Zum Glück wird auch angezeigt, was gemacht werden soll.

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Liebhaberstück

Wir kamen also, wieder navigatorisch un­ter­stützt, gut zum er­wähn­ten Park­platz. Offen­sicht­lich waren wir etwas zu spät und es war alles rappelvoll. Aber etwas vor der Einfahrt zum Parkplatz hatten wir einen anderen bemerkt, der größtenteils leer war. Hier fanden wir sogar ein schattiges Plätzchen - auch zur Schonung des Navis, wenn auch etwas weiter von der Burg entfernt. Am Wegesrande hatte ein Freak sein Motorrad der besonderen Art abgstellt. Blitzeblank geputzte, tolle Motorräder sieht man allwerwegens aber so ein Urstück mit verrostetem Spaten hab ich noch nie gesehen.

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Der Bergfried"_____________Uralte Mauern_____________________Getümmel im Hof

Am Tor zur Osterburg wurden 9,- Euro Wegezoll pro Nase erhoben und mit einem grünen Stempel auf dem Hand­rücken besiegelt. Wir spazierten erst einmal außen herum, an den dort aufgestellten Ständen vorbei, ohne etwas Begehrenswertes zu entdecken. Viele Aussteller waren gerade dabei, ihr Mittagsmahl zu bereiten. Große Töpfe hingen über offenen Feuern oder standen auf Herdstellen. Es waren wohl Schausteller. Was auffällt, waren die vielen Gäste, die selbst in zu dem Fest passender Staffage unterwegs waren. Wir selbst wollte nicht zurück in diese Zeit versetzt werden, schauten uns einfach nur um.

Das gute am Wegezoll war, daß auch alle Museumsräume und Ausstellungen mit abgedeckt waren. Die Ausstellung zur Digitalisierung der Gesellschaft stellte die Historie der rechen­technischen Entwicklung vor. Auch Kernspeicher waren ausgestellt, aber meiner ist viel größer.

Auf den Turm kamen wir zwar nicht, aber die Räume darunter brachten auch interessante Informationen an die Besucher. Im Turmfuß wurde über sechs Projektoren ein 360°-Panorama auf die Backsteinwände gebracht. Die Unebenheiten wurden bestmöglich rechnerisch ausgeglichen. Dazu wurde die Entstehung und Entwicklung des Vogtlandes und seiner Herrscher, die seit Heinrich dem I. alle Heinrich hießen, erzählt.

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Angenehm im Schatten
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Alles grünt und blüht

Die Terrasse des Burgcafé lud uns zum Verweilen ein. Mein Erdbeereisbecher mit Eierlikör und Sahne wäre bestimmt auch vor 700 Jahren gut angekommen, ebenso wie die Auswahl vogt­ländischer Kuchen. Umgeben waren wir von gut gepflegten, exotischen Pflanzen. Ne­ben den Palmengewächsen beeindruckte uns eine orangeblühender oleander. Die meisten Pflanzen hätten sie aus Ägypten mitgebracht, meinte der Wirt. Und im Winter ist in der Burg genügend Platz, die schönen Pflanzen unterzubringen. Auf meine Frage hin, ob wir nicht einen Zweig bekommen könnten, holte der Wirt seine Gartenschere und schnitt uns einen Sproß. Sollte es mit dem Ableger nicht klappen, bräuchten wir nur wieder­zu­kom­men. Sehr nett!

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Schepper, Schepper

Wir kamen gerade zurecht in den Burg­hof, als vier tschechische Schau­stel­ler ritterlich und ver­wegen um die Gunst der vorher aus dem Kreis der Besu­che­rinnen erkorenen Prinzessin kämpften. Das machten sie wirklich sehr gut und unterhaltsam. Mir taten sie ein wenig leid. Bei der Hitze mit dicken Watte­jacken und schweren Rüstungsteilen herumzuspringen, bedarf es schon einer außergewöhnlichen Krönchenträgerin. Aber die wollten ja eh nur spielen.

Gerd hatte noch erwähnt, dass man hier auf der Burg das GPS seines Handys kalibrieren könnte. Ich fand zwar den offiziellen Kalibrierungspunkt auf der Burgmauer, aber nicht die zugehörige Funktion in Google Maps. Blöd, wenn man schon mal da ist. Nun reichte es auch aber auch langsam. Wir holten noch den neuen Weidenkorb samt Ausklopfer ab und gingen hinunter zum Auto. Eine kleine Runde durch den Ort machten wir dann doch noch. Wir schauten uns die Kirche ohne Dach an und den urlaubenden Ratskeller.

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Blick auf den See

Dagmar hatte Heidis Foto erkannt und vorgeschlagen, den Aumatalsperren­see zum Baden zu besuchen. Hübsche Liegewiese, wir nahmen auf einer Bank platz, naher Kiosk und nicht so voll, das waren die positiven Eigenschaften der Badestelle. Leider hatten auch die Algenfäden20210815_172030
Zu viel für Heidi
hier beste Entwick­lungs­op­ti­onen gefunden und sie auch genutzt. Ich ging schwimmen, aber Heidi war verständlicherweise nicht bereit, den Algen Gesellschaft zu leisten. O.K. Dann fahren wir halt zurück.

So trafen wir um 18.30 Uhr im „Grü­nen Tal” ein. Ich bestellte ein Rump­steak mit Pommes, während Heidi sich für das Schnitzel mit Bratkartoffeln und Scampi entschied. Alles war gut gelungen und schmeckte entsprechend. Der Wirt wies uns noch auf die Lössau­tal­sperre, die nur zehn Kilometer von Mittelhöhe entfernt ist und badetechnisch ziemlich unbekannt ist, hin. Aber ab morgen soll es kühler werden, viel­leicht ein andermal.

Zu Hause gingen wir in den Abendmodus und ich brannte mir eine Romeo y JulietaRomeocigar.jpg
Die Kubanischen sind die besten
an.

Gute Nacht!

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