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Ruhetag

Montag
21. Mai 2007

 
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Triest.pngEin Abstecher nach Triest

Wiedermal ist Ruhetag angesagt, und das bedeutet, ein Viertelstündchen mehr Schlaf. Gegen 9.00 Uhr also Frühstück mit freischen Brötchen die Jost wie üblich bereits geholt hatte. Lecker Käse, Honig und Marmelade ließen wir uns schmecken, nur der Kaffee war heute nicht so gelungen. Der von Schneiders mitgebrachte deutsche war zur Neige gegangen, so daß wir bzw. Heidi den hiesigen, beim letzten Einkauf erstandenen Kaffee in die vorhandene Maschine gegeben hatte. Dafür war war der Kaffee aber zu fein gemahlen, er verstopfte alle Poren des Filters und lief irgendwann auch noch über! Für morgen mußten wir uns noch etwas einfallen lassen, dachten wir, und nahmen mit dem dann in einem Topf aufgekochten Gebräu vorlieb.

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Mittägliches Mahl

Nach dem Frühstück machte jeder "seins": lesen, Tagebuch schreiben, Fingernagelmaniküre, Wäsche waschen, Karten schreiben... Man kann sich schon die Zeit vertreiben. Gegen Mittag, Heidi war bereits in der Küche verschwunden, kam Jost auf die glorreiche Idee, nach Triest zu fahren. Dort könnte man gegebenenfalls auch eine Espressomaschine erstehen! Jawohl, sollte heute noch nach Italien gehen, und drei bis vier Stunden würden für einen Stadtbummel schon reichen. Vorerst kredenzte Heidi uns einen vorzüglichen ThunfischsalatDias/cimg7262.jpg
Thunfischsalat
, hergestellt aus frischem Gemüse (Lollosalat, Gurke, Tomate) an Ei und Oliven sowie tollem Maisbrot. So gestärkt und hübsch gemacht für den Besuch einer Großstadt ging es gegen 14.00 Uhr los.

Das Wetter war schön, die Sonne schien mehr als lauwarm. Jost fand schnell über die inzwischen wohlbekannte Landstraße durch Nova Vas auf die sehr gut ausgebaute Autostraße in Richtung Umag(HR), Koper(SL) und Triest(I), ca. 70 Kilometer sollten es werden. Alles verlief reibungslos, nach Überquerung der Mirna waren 14,- Kuna Autostraßengebühr fällig, in Dragonia paasierten wir die kroatisch-slowenische Grenze und kurz hinter Koper die slowenisch-italienische. Innerhalb von 15 Minuten fuhren wir durch drei Länder, einmalig. Die Zöllner schauten nur kurz auf unsere Ausweise und winkten uns durch. Triest erreichten wir über den dortigen Autobahnring um die Stadt, die in einem Tal direkt in der Küstenbucht liegt. Wir hatten, aus etwas bergigem Gelände kommend, einen tollen Blick auf die Stadt, ihre Neubauten an der Peripherie, das Industriegelände und die Hafenanlagen. Und wir waren über die Größe der Stadt überrascht.

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Parkordnung für Mopeds

Jost manövrierte uns wie üblich gut durch die Stadt und fand einen Parkplatz in einer Seitenstraße eines recht großen, wie sich später herausstellte, zentral gelegenen (Afahrt vieler Busse und der einzigen Straßenbahn) Platzes. Allerdings mit Gebühr, 1,-€ pro Stunde, den wir gerade noch als Kleingeld hatten. Niemand von uns hatte daran gedacht, auch die kleinen Euros einzustecken. Also wollten wir einen kleinen Spaziergang machen, Geld wechseln und nach einer Stunde (16:38) weitere Euro in die Parkuhr einwerfen. Wir wandten uns, mit Fotoapparat bewaffnet, nach links und liefen durch diverse Straßen. Erstaunt begutachteten wir die Fassaden, eine Vielzahl von Venezianischen Palästen erfreute unsere Augen. Aber welch ein Graus - diese Lautstärke des Verkehrs. Die Motorroller aller Coleur knatterten insbesondere durch die Seitenstraßen und parkten dort auch zwischen den Autos, so daß wir uns fragten, wie die Autos aus den Parklücken herauskommen würden.

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Kaffeetrinken im Park

Ein kleiner Stadtpark rettet uns, hier finden wir ein kleines Café, auf dessen Terrasse an sechs Tischen Karten gespielt wird - alles Senioren. Sind wir irrtümlich in einem Altenheim gelandet? Anscheinend nicht, wir trinken Capuccino und genießen die relative Ruhe. Durch den Park, an Prachtbauten und geschlossenen Geschäften (Siesta) vorbei laufen wir zum Auto zurück. Dort verlängern wir unsere Parkzeit um zwei Stunden und wenden uns nun nach rechts. Mir fallen meine seit Tagen geschrieben Karten ein. Jost führt uns zu einem "Tabacci", wo ich acht Briefmarken und Aufkleber für "schnelle Beförderung" erhalte. Nun brauchen wir nur noch einen Briefkasten finden, aber die welche wir sehen, haben keinen Einwurfschlitz. Nach diversen Straßen und Gassen sehen wir tatsächlich einen Briefkasten, Jost wirft die Karten ein - mal sehen, was die Empfänger zu kroatischen Urlaubsgrüßen aus Italien sagen werden...

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Ein altes Griechisches Theater gibt es auch

Inzwischen haben wir uns durch das Triester Verkehrschaos durchgewurstelt und sind auf der Fußgängerzone gelandet, die weiträumig viele Straßen, Cafés, Bars, Geschäfte und Menschen umfaßt. Heidi ist bereits jetzt genervt vom Gewusel und der Lautstärke der Stadt. Wir ersteigen das auf einer Anhöhe gelegene Kastell über einen Gedenkstättenfriedhof für die Gefallenen im 2. Weltkrieg, der als Parkanlage angelegt ist. Das Kastell ist geschlossen, da es restauriert wird. Man hat aber einen tollen Blick

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Kulinarische Kostbarkeiten

auf die Stadt. Wieder abgestiegen, über schöne Pflanz- und Blumenanlagen sowie diversen Treppen, erstehen wir in einem Souvenier- und Haushaltswarenshop eine Espressomaschine, diese typisch italienische, für 15,90€. Weitere zehn Gassen später kaufen wir diverse Käsesorten in eiem eindrucksvoll sortiertem Lebensmittelgeschäft, wo unter anderem auch tolle Schinken herumliegen. Ein Eis (Kugel 1,-€) aus einem der vielen Cafés in der Fußgängerzone ist nun besonders lecker und weckt unsere Lebensgeister wieder etwas. Wir erreichen im Borgo Teresiano (Theresienviertel) den Canale Grande und bestaunen auch hier die Paläste mit ihren Figuren und Gipsverzierungen an den Fassaden.

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Der Canale Grande

Es wird Zeit, zum Auto zurück zu kehren, denn die Parkzeit ist schon wieder um. Oder verlängern wir noch ein Mal? Ja, denn Jost möchte noch Gern die TRAMVIA benutzen von der man einen guten Rundblick auf die Stadt haben soll. Entgegen Heidis Wunsch finden wir die Haltestelle genau an dem Platz, wo auch unser Auto parkt, so daß die je 30 Minuten Auf- und Abfahrt mit der halb Straßen- halb Standseilbahn doch sehr interessant wird. Viel Glück hatten wir auch, da die Rückfahrt mit der letzten Bahn, gegen 20.11 Uhr, die allerdings bereits um 20.01 Uhr abfährt, erfolgte. Aber mit der Pünktlichkeit haben es die Triester nicht so genau, wie wir schon bei der Hinfahrt erfahren durften. An der Piazza Oberdan jedenfalls gegen 20.30 Uhr wieder zurück starteten wir nach erlebnisreichen fünf Stunden Stadtbummel die Heimreise.

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Die Linie 2
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Gegenverkehr am Drahtseil

Es dämmerte bereits, doch Jost fand die Ausfallstraße fix, wir orientierten uns am Richtungsschild SLOWENIEN. Bis zum Abzweig "Riejka" - das war uns zu "spanisch"; kurzer Halt, ein Blick auf unser nicht sehr exaktes Kartenmaterial und die Feststellung, daß wir falsch waren, zwang uns zur Rückkehr nach Triest. Dieses Mal im Dunkeln, irgendwo müssen wir ein Hinweisschild übersehen haben! Nun konzentrierten wir uns alle drei, wir mußten doch Richtung Muggia - Koper - Pula. Naja, nach ca. 10 Kilometern sahen wir es, fuhren auf die richtige Straße und waren nach ½ Stunde Umweg unserem Ziel sehr nahe. Jost tankte in Koper, also Slowenien und leicht genervt, inzwischen auch hungrig, fuhren wir im Dunkeln über die slowenisch-kroatische Grenze nach Poreč, ohne weitere Zwischenfälle. Angekommen, es war ca. 22.30 Uhr, gab es noch einen kleinen Imbiß aus Käse, Brot und Oliven, Weiß- und Rotwein und eine schöne Fotoshow zum Abschluß. Bei angenehmen Temperaturen (18°C) saßen wir bis zum neuen Tag auf unserer Terrasse und lagen erst gegen 0.30 Uhr im Bett.

Karin

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