Istrien - 17. Mai 2007
Endlich Ruhetag!
Endlich Ausschlafen! Naja, das heißt bei Familie Schneider, erst gegen 7.45 Uhr aufstehen, ich "durfte" bis 8.15 Uhr schlummern. Heidi verursachte mit ihrer Tätigkeit in der Küche die leckersten Gerüche; sie briet den bereits mehrfach erhitztenund durch Regen spazieren gefahrenen Schinken in der Pfanne, um diesen an Rührei zum Frühstück zu servieren. Ich durfte schnell noch das Lauch einer Zwiebel waschen und schneiden, so daß unser Frühstückstisch auch für das Auge ein Genuß war. Jost war inzwischen vom Einkauf zurück, so konnten wir endlich unsere Gaumen befriedigen. Frische Brötchen, heißer Kaffee, Saft und Ei mundeten uns hervorragend. Leider war es kühl, der Himmel war mit Wolken überzogen. Aber da sowieso Ruhetag angesagt war, tat jeder was er wollte: Abwasch (Karin), Lesen (Jost), Waschen (Heidi). Spätestens gegen 10.30 Uhr rückten wir Stuhl oder Liege auf unsere Rasenfläche, so daß wir die wenigen Sonnenstrahlen, die sich den Weg durch die Wolken bahnten, auch nutzen konnten. Peu à peu wurden diese mehr. So gegen 14.30 Uhr waren es dann sicher schon 22°C in der Sonne. Die zwei Äpfel, die ich zwischendurch aufgeschnitten kredenzte, konnten unsere langsam zu murren beginnenden Mägen nicht unbedingt beruhigen.

- Hier oben schmeckt es besonders

- Auf dem fünfeckigen Turm mit Möwe
Wir beschlossen, so gegen 15.00 Uhr, nach Poreč ins Zentrum zu fahren, um Geld abzuheben und uns die Altstadt näher anzusehen. Mit dem Auto und hübsch herausgemacht, ging es los, und an der Polizeistation war auch noch für uns ein Parkplatz frei. Zielgerichtet steuerten wir den "Platz der Freiheit" an. Dort hatten wir schon einmal am Bankomat Geld erfolgreich erstanden. Es klappte dieses mal auch bei Jost. An der Ecke kauften wir diverse Ansichtskarten und Briefmarken (die Post war bereits geschlossen) Und außerdem eine Wanderkarte für die Gegend um Poreč. Nun wollten wir irgendwo einkehren und liefen dazu die "Decumanus", also die Hauptstraße hinunter. Uns stach der "Fünfeckige Turm" linker Hand ins Auge, in dem ein Restaurant untergebracht ist. Komisch nur, daß oben niemand zu sehen war, obwohl ein Schild bedeutete, daß geöffnet war. Wir also hinein bzw. hinauf und siehe - es bot sich ein herrlicher Ausblick. Das Restaurant in der zweiten und dritten Etage war sehr nett in das Turminnere integriert, aber von ganz oben hatten wir einen tollen Rundumblick auf die Stadt. Und wir waren ganz alleine mit einer Serviererin und einer dicken Möwe, die auch, als wir den Turm verließen, keine Anstalten unternahm, ihren angestammten Platz zu verlassen. Wir bestellten Capuccino, Kirschtorte mit Sahne und für Heidi einen Gemüsesalat. Bis die, wie sich erwies, leckeren Dinge kamen, ließen wir unserer Fotografierlust ihren Lauf. Das war eine weise Eingebung. Wir genossen nämlich in Ruhe unsere Leckereien, da gesellte sich eine Reisegruppe von 30 oder mehr Östereichern zu uns. Unruhe allen Ortes; naja, wir konnten fix bezahlen und uns aus luftiger Höhe verabschieden.

- Einladung...

- ...zum Einkauf
Durch kleine Gäßchen liefen wir Richtung Basilika, die wir besichtigen wollten. Hier sind natürlich auch viele Souvenier- und Textilgeschäfte ansässig, die die vorbeilaufenden Touristen in ihr Reich locken. Ich möchte die Geschehnisse der nächsten 20 Minuten nicht weiter kommentieren, nur soviel: Jost bewies viel Geduld, ich kaufte mir eine Leinenbluse und ein Viskosekleid und Heidi erstand einen schönen Rock sowie ein Oberhemd für Jost. Dann endlich durften wir die Reste des frühchristlichen Kathedralenkomplexes der Euphrasiana, aufgenommen als Weltkulturerbe der UNESCO, bewundern. Die ältesten Teile sollen aus dem 4. Jahrthundert stammen, und bis ins 20. Jahrhundert hinein hat man andere Komplexe eingebaut. Mit Interesse begutachteten wir dies alles und setzten anschließend unseren Weg durch die Altstadt fort. Über verwinkelte und enge Gassen mit teilweise gut erhaltenen venzianischen Bürgerhäusern und teilweise halb zerfallenen Wohnhäusern bis ans Ende der Hauptstraße zum Forum, wo Reste antiker Tempel zu sehen sind. Auf unserem Pfad trafen wir immer wieder auf Plätze, die durch ihre Restaurants sehr gemütlich zum Pausieren einladen. Neben dem Zweiheiligenhaus, einem Renaissancehaus aus dem 15. Jahrhundert, konnten wir auch einige gotische Häuser, die gut erhalten waren, bewundern.
- Am Ende der Decumanus_________Reste eines Tempels___________Das Zweiheiligenhaus

- Jonglieren mit der Eiskugel
Wir entdeckten auch das Porečer Aquarium, welches wir allerdings links liegen ließen und uns lieber mal wieder ein bis zwei Kugeln Eis gönnten, welches an jedem Eisstand besser zu schmecken scheint. Noch ein paar Straßen und Baustellen mitnehmend, gelangten wir gegen 17.30 Uhr zu unserem Auto. Jost chauffierte uns in Richtung des schon seit Tagen favorisierten Restaurants "Dvi Murve", wo wir endlich guten Fisch zu Abend essen wollten. Dank Heidis guter Vorbereitung fanden wir es fix, Jost bestellte einen Tisch zu 19.30 Uhr und wir fuhren zum Ferienhaus, da wir per pedes in die Gaststätte wollten.

- Der Fisch aus dem Salzmantel
Gut bekleidet mit Pullover und langen Hosen erreichten wir in zwanzig Minuten unser Ziel. Und dann ... delektierten wir uns. Zumindest genossen wir: Martini, Weißwein, Vorspeise aus Fischcarpaccio und diversen Leckereien, Seeteufel und Wolfsbarsch im Salzmantel mit Backkartoffeln. Es war einfach ein Gedicht, hatte mit insgesamt 671,- Kuna natürlich auch seinen Preis. Aber den war es auch wert. Angeheitert und zufrieden liefen wir den Weg zu unserem Heim gegen 22.00 Uhr zurück. Dort nahmen wir wie gehabt unseren Schlaftrunk (Wein und Slivovic) zu uns und ließen die Fotoshow auf uns wirken. Gegen 23.30 Uhr war Schluß - die Betten riefen.
Karin



