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Runde um Runde

Mittwoch
22. Mai 2013

 
|Übersicht|

Rundwanderungen

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Blick ins Tal am Morgen

Nach dem Frühstück, das hier süß und reichlich ist, ließen wir uns von der Chefin auf der geliehenen Karte, die sie als wenig gelungen einstufte, eine Wande­rung über vier bis fünf Stunden zeigen - Rund um den Monte Alpe di Maissanaimg_7692.jpg
Monte Alpe di Maissana
über den Passo del Bocco. Es soll da tolle Ausblicke geben.

Die Berliner/Schwarzwälder Reise­grup­pe war von Piero zu einem Test des Klet­ter­gartens eingeladen wor­den. Uns wies Piero auf die aktuellen Baum­fällarbeiten in der Umgebung des Agriturismo hin. Wir sollten uns auf jeden Fall bemerkbar machen, wenn wir abgesperrte Wege pas­sie­ren wollten.

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In der Ferne das Meer
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Feuchte Passage

Als wir uns wanderfertig gemacht hatten, brachen wir in Richtung Kuhstall auf. Piero über­holte uns, öffnete das Türchen im Gattertor und lief zu einem Waldarbeiter, der das Unterholz aufräumte. Kurz hinter dem Gatter steht eine Tafel und ein nach links weisendes Schild "Pass Giandriale". Also erstmal dort entlang. Es ist ein angenehmer Weg durch Wald und Flur. Das fand auch ein Hase, der ganz nah ein Stück des Weges entlanghoppelte. Als wir bei den angekündigten Fällarbeiten ankamen, riefen wir laut, bis man uns bemerkte und vorbeigehen ließ. Und plötzlich kam uns der Chef entgegen. Ich fragte ihn nach dem Passo del Bocco und er fragte, ob der nicht toll sei. Nein, ob wir auf dem richtigen Weg wären. Ja, linksrum müßten wir. War das nicht der Klettergarten mit Piero und Gästen? "Ah, die Express­wanderer!" wurden wir begrüßt. Wir hatten uns erstmal eine Stunde warmgelaufen. Dürfen wir nochmal von vorne?

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Kleine Pause_________________...oder Fototermin?__________Steiniger Weg

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Endlich - der Kuhstal

Also wieder links ab, Lucia hatte im­mer von links gesprochen, nach dem Kuhstall zweimal. Nur war weit und breit kein Kuhstall zu sehen. Heidis Vorschlag, erstmal den Feldweg wei­ter bergan zu gehen, erwies sich als der Durchbruch. Es war inzwischen 12.00 Uhr. Von jetzt an lief alles glatt. Wir genossen die Natur und die körperliche Anstrengung bei bestem Wetter.

Auf dem letzten Viertel des Wander­we­ges trafen wir Bernado auf dem Moun­tainbike. Der Klettergarten hatte ihm nicht genügt. Er gab uns noch einen Tip bezüglich des Abzweigens und weg war er. Dann brach ungefähr zwanzig Meter vor uns eine Bache mit ihren zwei Frischlingen aus dem steilen oberen Unterholz. Wir blieben wie angewurzelt stehen und die drei verließen den Weg schnell talwärts, ohne uns zu beach­ten - Schwein gehabt. Gegen 17.00 Uhr trafen wir wieder in Giandrale ein und hatten in insgesamt sechs Stunden zwei Rundwanderungen mit gut zwanzig Kilometern Länge absolviert. Piero hatte wohl gedacht, für uns Senioren reicht die kleine Runde und uns fürsorglich auf diesen Kurs gebracht. Woher sollte er auch wissen, daß wir zum Passo del Bocco wollten? Jedenfalls hatten wir zum Abendessen dann gut Hunger.

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Wacklige Kiste_________________Fernblickrastplatz__________Noch ein steiniger Weg

Die Tagliatelle stillten den ersten und das Gullasch mit Kartoffeleinlage den zweiten Hunger. Dazu gab es Mangoldsalat und weiße Bohnen, die in ihrer ligurischen Ein­ma­ligkeit fast ausgestorben wären - lecker. Der Apfelkuchen mit Pinienkernen ließ uns das Essen vollends zufrieden abschließen. Beinah hätte ich es vergessen, der Wirt spielte mit dem Gedanken, den Weinlieferanten zu wechseln. Er bat uns über Piero, der ein sprachliches Multitalent ist, die neuen Sorten (weiß/rot) zu kosten und unsere Meinung dazu kundzutun. Der Rotwein fiel durch und der Weißwein erhielt mehrheitlich die Zustimmung zum Wechsel. Auch die Frage nach dem gemeinsamen Esstisch kam auf, da wohl Gäste ab und an lieber allein säßen, was von allen einhellig verworfen wurde. Abschließend brachte Piero noch Lemoncello auf den Tisch, der allen Ansprüchen genügte. Nur Heidi war er zu süß, ich fand ihn außerordentlich gut. Wir saßen noch ein wenig zusammen.

Morgen werden Aimé und Anne-Marie mit Piero nach Mailand, am Freitag nach Rom und am Sonnabend zurück nach Quebec reisen. Den Nachmittag hatten wir mit den Kanadiern auf der sonnigen Terrasse verbracht, dabei eine Flasche Wein geleert und uns angeregt unterhalten. Nur das von Anne-Marie erbetene Eis konnte ich nicht servieren. Es muß ein sehr eindrucksvolles Bild gewesen sein, das ich abgab, als ich unser auf die Terrase gehendes Fenster öffnete und sie so an einen Eiskiosk erinnerte.

Buona Notte!

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