Ligurien - 23. Mai 2013
Punta Manara
Heute zog sich das Frühstück etwas hin, denn es gab noch einiges zu erzählen und Gedanken mit den Abreisenden auszutauschen. Anne-Marie gab uns ihre eMail-Adresse, falls wir mal Kanada besuchen wollten. Sehr nett. Piero meinte, er fahre lieber durch die Berge nach Mailand. Auf der Autobahn ginge das viel zu schnell und es wäre bei weitem nicht so eine schöne Strecke. Arrividerci!

- Die Bucht der Stille
Wir fuhren hinunter nach Sestri Levante, wo wir uns von den Berlinern einen Coop-Parkplatz, der nicht allzuweit vom Bahnhof entfernt sein soll, empfehlen und beschreiben ließen. Dadurch wollten wir die eventuell langwierige Parkplatzsuche verkürzen. Man fährt nämlich sinnvollerweise mit der Bahn in die Cinque Terre, dessen nördlichster Ort Monterosso ist. Den Coop-Parkplatz fand ich natürlich prompt nicht, weil ich an einem großen Kreisverkehr, der in zwei Spuren angefahren wird, nicht mehr aus der Rechtsabbiegerspur (Autobahn) herauskam und schon froh war, geradeaus fahren zu können, statt wie gewollt, die dritte Ausfahrt zu nehmen. Wir kamen also sowieso auf völlig anderen Straßen in die Stadt. Im Wanderführer waren Parkmöglichkeiten am Friedhof beschrieben worden. Auf dem Weg dorthin fanden wir einen schattigen Parkplatz direkt an der ausgewählten Wanderstrecke, die erneut ein Rundweg, allerdings mit Abstecher in die Altstadt, war. Das Hauptziel bildete die Punta Manara. Zum Abendessen hatten wir uns abgemeldet, weil uns der Sinn nach Meeresgetier stand. Wir hatten also Zeit. Es war ja auch schon 11.00 Uhr.
- An der Punta Manara__________Alter Wachturm______________Am Wanderweg
Wir brauchten eine gute Stunde, bis wir am Ziel ankamen. Unterwegs wurde viel fotografiert. Mit einem eventuell südtiroler oder schweizer Pärchen tauschten wir kurz die Apperate für zwei Fotos. Der Abstieg war nicht sonderlich spannend, außer daß wir über diverse umgekippte Bäume klettern mußten. Am Auto zogen wir uns um, wodurch wir nicht unbedingt stadtfein wurden, aber nicht mehr so durchgeschwitzt daherkamen.

- Hungrige Hornisse

- Sestris Altstadt
Zum Mittagessen kehrten wir in ein Ristorante an der Märchenbucht ein. Die Hornisse am Nachbartisch störte uns nicht, zumal wir schon saßen, als ich sie entdeckte. Das kalte Bier löschte den Durst hervorragend. Heidis hausgemachte Pasta mit Weißfisch und Artischocken als auch meine mit Kartoffeln und Fisch entsprachen völlig unseren Wünschen. Der Rosé paßte bestens dazu. Übrigens war das Bier um 20% teurer als der Wein. Die Hornisse war inzwischen von einem beherzten Passanten weggeschnippt worden und wir verfügten uns in die Altstadt.

- Badewetter
Ein Eis wurde geschleckt, bevor wir an den grausandigen Märchenstrand gingen. Ich durfte als erster in das erfrischende Nass, dessen Temperatur Heidi später bei 19°C ansiedelte. Es war wie immer, ist man erstmal im Wasser, ist es ausgesprochen angenehm. Da an den Strand auch Lektüre gehört, hatten wir eine "Süddeutsche Zeitung" erworben. So erfuhr ich, daß Mario Götze beim Championleaguefinale nicht wird spielen können. Schade eigentlich. Lesend und dösend genossen wir die Wärme der Sonne, bis wir genug gelesen und gedöst hatten.
Wir gingen wieder auf Ristorantesuche, bemerkten an Pavillions und Plakaten, daß eine Kommunalwahl ansteht, und wurden ristorantemäßig erneut an der Märchenbucht fündig. Diesmal blieben wir gleich bei Wein. Heidi bestellte sich eine Platte frittierten Getiers und ich versuchte den Schwertfisch in Weißweinzitronensauße. Unser Fischappetit war heute vollends befriedigt worden.
Zum Abschluß wäre ein Gelato nicht übel. Ich hatte vorhin einen Eisladen gesehen, der noch die richtigen, alten Eisbehälter mit Deckel benutzt. Bei dieser riesigen Auswahl muß der Verkäufer jedes Mal erst den Deckel abnehmen, bevor er das Eis abfüllen kann. Und er muß die Anordnung der Eissorten auswendig kennen, denn er kann sie ja nicht sehen. Ich fühlte mich irgendwie in meine Kindheit zurückversetzt, nur daß unser Lieblingseisladen nur fünf oder sechs solcher Eisbehälter hatte und nicht fünfundzwanzig. Jedenfalls bestellte sich Heidi Mango und Pistazie worauf ich mit Cappuccino und Orange konterte. Soetwas von einer guten Wahl hatte ich lange nicht getroffen. Cappuccino war eher Halbgefrorenes und sozusagen der Crema nahe und das Orangeeis schmeckte wie frisch gepreßt, einfach nur klasse. Auch Heidi war total begeistert.
Beim Verlassen Sestris kamen wir zufälligerweise an dem, von der deutschen Vierertruppe beschriebenen Coop vorbei. Jetzt wissen wir auch, wie wir dorthin gelangen. Nur die konkrete Lage des Bahnhofs bzw. der Weg vom Coop dorthin ist uns noch nicht bekannt.
Gegen 21.00 Uhr flogen wir wieder in Giandriale ein. In unserer Kemenate ließen wir den Tag ausklingen.
Buona Notte!



