Ligurien - 24. Mai 2013
Monterosso - Rundweg

- Neuschnee
Der dargebotene Honig schmeckt sehr kräftig und ist wie alle Marmeladen, Konfitüren und die Kuchen sowieso aus eigener Produktion. Als wir heute nach Sestri Levante kamen, wählte ich vor dem entscheidenden Kreisverkehr gleich die richtige Spur und gelangte so auf den Parkplatz des Coop-Supermarktes. Just in diesem Augenblick schnappte uns jemand den letzten freien Parkplatz weg. Aber schon zwei Straßen weiter, praktisch nur durch Häuser von unserem ursprünglichen Ziel entfernt, fanden wir, was wir suchten.
Jetzt brauchten wir nur noch den Bahnhof zu finden. Wir fragten eine Passantin nach dem Weg, die sich sofort erbot, ihn uns zu zeigen. Sie hatte ihr Auto in der "Zona Disco" geparkt. Das ist die Zone mit beschränkter Parkdauer, was zur Benutzung der Parkscheibe (Disco) führt. An einer Straßenecke deutete sie dann auf ein gelbes Gebäude und sagte, daß dies der Bahnhof sei. Mille grazie!
Der Zug um 9.45 Uhr war sowieso weg. Der nächste würde ungefähr um 10.20 Uhr fahren und gegen 11.00 Uhr in Monterosso eintreffen. Wir fanden Sitzplätze für uns und solange kein Tunnel kam, schauten wir aus dem Fenster. In Levanto bekamen wir erstmal einen Schreck, wieviele Leute auf dem Bahnsteig standen und in die Cinque Terre wollten. Und natürlich stiegen die meisten Fahrgäste in Monterosso aus. Wir ließen uns Zeit und sich den Pulk von Touristen auflösen.
Wir hatten uns aus zwei verschiedenen Wanderungen des Buches einen Rundwanderweg zusammengestellt. Das sollte sich als die richtige Wahl erweisen. Um zur ersten Station unserer Wanderung, der Wallfahrtskirche "Sentuario Nostra Signora di Soviore" zu gelangen, mußten wir sowieso durch das Städtchen. Das touristisch voll erschlossene Herz Monterossos war voller Menschen, die sich scheinbar gern zu einem kleinen Einkauf hinreißen ließen. Sie hatten die Wahl zischen Kitsch, Markenartikeln und einheimischen Spezialitäten. Wir hatten unsere Verpflegung dabei und schauten uns das Idealbild des Tourismus eher distanziert an.
- Wunderbarer Weg_________________Die Wallfahrtskirche_______Die schöne Orgel
Der Weg hinauf zur Wallfahrtskirche ist zwar schweißteibend, aber gut zu schaffen. Wir blieben fast in der vorgegebenen Zeit von 1:20h für die 450 Höhenmeter. Von da an gibt es keine wesentlichen Anstiege mehr und man kann viele tolle Aussichten nicht nur auf Monterosso sondern auf die gesamte Cinque Terre und auch in Richtung Levanto/Sestri genießen. Und der Weg ist bei weitem nicht so überlaufen, wie die Küstenwanderwege.
- Links des Weges__________Auf dem Weg______________Rechts des Weges
An den Treppen, die wieder hinunter in den Ort führen, wurde gerade gebaut. Die Stufenhöhen sind eher groß angelegt, was Heidi nicht so toll fand. Das Taxi am Ende der Stufen ignorierten wir und liefen die Straße eigenfüßig bergab. Der Taxifahrer hatte trotzdem nicht umsonst dort gewartet, denn ein paar jungen Männern saß das Geld locker in der Tasche und sie nutzten die angebotene Bequemlichkeit.
Um 17.17 Uhr wurde der Zug nach Ventimiglia gestürmt. Wir fanden zwei, wenn auch von einander getrennte Sitzplätze. Beim Einsteigen hätte man meinen können, die Fahrgäste wollten alle bis zur Endstation (Ankunft 22.00 Uhr) fahren und nicht die ganze Zeit stehen. Dabei stiegen die meisten nach vier Minuten in Levanto wieder aus. So ist das eben.
In Sestri überkam uns der Appetit auf ein Eis. Wir gingen also zu unserem Lieblingseisladen, in dem heute eine junge Deutsche bediente, die nach ihrer Aupair-Zeit hier hängen grblieben ist. Ich entschied mich diesmal für Orange und Café und Heidi für Cappuccino und Haselnuß (beides Halbgefrorenes). Als wir vor dem Laden unsere Leckereien genossen, kam Bernhard mit seiner LAG vorbeispaziert. Heidi hatte sie entdeckt. Ihre Wanderung nach Vernazzo hatte wohl auch gut geklappt, nur für die Rückfahrt hatten sie zwei Stunden gebraucht, da die Fähre wegen rauer See nicht verkehrte und auch kein Zug fuhr. Blieb nur der Bus mit irgendwelchen Umsteigeaktionen - Pech.
Es waren neue Gäste angekommen, zwei italienische Paare aus Turin und Verona, sodaß wieder 10 Leute den Tisch füllten. Heute gibt es Spaghetti und anschließend gekochtes Rindfleisch, Selleriesalat und gemischtes Gemüse vor dem Kuchen. Die Frau aus Turin stocherte nur in allen Speisen herum und tat mäkelig. Sie sieht auch nicht gesund aus, im Gegensatz zu den Tortellini.
Buona Notte!
P.S.: Ich hatte den Chef heute früh gefragt, ob es möglich wäre das Championsleaguefinale im Gemeinschatsraum zu schauen. Das mußte er leider verneinen, weil das dortige Fernsehgerät ausschließlich für die Wiedergabe von Videokassetten und CDs eingerichtet ist. In Tavarone gibt es jedoch gegenüber der Kirche ein Ristorante, da ginge das bestimmt. Bevor wir dann am Abend nach Giandriale hinauffuhren, fragte ich gleich mal nach. Alles kein Problem, die Wirtsleute würden uns einen Tisch reservieren. Ja, auch Essen sei möglich. Ich meldete uns also für morgen ab 20.00 Uhr an.



