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Giandriale

Mittwoch
29. Mai 2013

 
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Parco Aventura

Heute ist unser letzter ganzer Tag in Ligurien und wir wollten vor allem die Einkäufe bezüglich der Mitbringsel für einige Daheimgebliebene erledigen und ich wollte den Kletterpark in Angriff nehmen. Noreo bot mir Vor- oder Nachmittag an und wir einigten uns auf 10.30 Uhr. Bis dahin konnten wir schon mal beginnen, unsere Plünnen zusammenzusuchen und in die Koffer zu verbringen.

Als die Zeit ran war, ging ich hinauf zum Essensraum, wo jedoch niemand anzutreffen war. Ich räumte inzwischen das Geschirr zur Durchreiche, bis Noreo dann endlich auftauchte. In der kleinen Baude bekam ich den Klettergurt angelegt, Helm und Handschuhe ausgehändigt. Nach der Unterschrift unter ein zweiseitiges Pamphlet, mit der ich unter anderem bestätigte, daß ich unter 110 Kilogramm wiege, konnten wir an den Parcours treten. Es gab natürlich noch eine Einweisung, wie mit den Sicherheitskarabinern umzugehen ist und wo sie einzuhaken waren. Es muß jederzeit mindestens ein Karabiner an einer rot gekennzeichneten Sicherheitstrosse eingehakt sein.

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Die grüne Ebene
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Erholsames Gleiten

Drei verschiedene Schwierigkeitsstufen in verschiedenen Höhen waren zu absolvieren: grün, gelb, rot. Der grüne Teil bleibt flach und ich konnte mich an die Handhabung des Geschirrs gewöhnen. Der gelbe Teil war schon höher angelegt und verlangte ein gutes Gleichgewichtsgefühl. Vom Trapez, an das ich springen sollte, fiel ich gleich beim ersten Mal ins Netz. Mit den rutschigen Handschuhen hatte ich keine Chance. Das war bestimmt die Station, von der die Berliner erzählt hatten, daß sie auf das Trambolin springen und sich von dort ans Trapez schwingen sollten. Ich zog die Handschuhe für diese Übung aus und dann klappte es auch mit dem direkten Sprung an die Schaukel, die dann in Richtung Auffangkissen rollte. Doch, es machte Spaß.

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Aufstieg zur gelben Stufe
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Schön langsamn

Heidi zeterte etwas, als ich den roten Parcoursteil in Angriff nahm. Nun war ich gut zehn Meter über dem Boden unterwegs und bis zu den frei hängenden Schlaufen kam ich gut vorran. Irgendwie hatte ich nicht die richtige Technik für diese Schlaufen raus. Jedenfalls brauchte ich vielzuviel Kraft, um von A nach B zu gelangen und hing zeitweise ziemlich in den Seilen. Als ich es dann endlich doch geschafft hatte, waren eigentlich noch sechs Stationen offen. Bis hierhin hatte ich schon zweieinhalb Stunden gebraucht und auch keine Energietränke dabei.

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Aufstieg zur gelben Stufe
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Schön langsamn

Also eigentlich reichte es jetzt und ich stieg von der Plattform über die wie zufällig vorhandene Leiter ab. Die 250 Meter lange Fahrt über eine kleine Schlucht durfte ich trotzdem noch absolvieren. Das war toll. Jetzt war auch Noreo wieder aufgetaucht, der anfangs meine Betreuung einem seiner Mitarbeiter übertragen hatte. Noch mehr Spaß macht das Ganze bestimmt in einer kleinen Gruppe, als allein in Tarzans Regionen herumzutoben. Aber Heidi hat zumindest ein paar Bilder geschossen und so hatte ich wenigstens moralische Unterstützung. Die äußerte sich allerdings meist in der Frage, warum Männer sich sowas überhaupt antun. Männer!

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Basilica di Santa Maria di Nazareth

Da die Geschäfte in Sestri erst gegen 16.00 Uhr wieder öffnen würden, hatten wir Zeit, einerseits das Packen soweit wie möglich abzuschließen und andererseits das Tagebuch zu ver­voll­ständigen. Kurz nach 15.00 Uhr mach­ten wir uns auf den Weg nach Sestri, parkten in unserer Lieb­lings­stra­ße, liefen zum Rathaus und tranken in einer mit französischen Staubfängern han­deln­den Bar Cap­puccino zur Focaccia. In unserem Lieb­lings­dro­geriemarkt kaufte Heidi drei tolle Stück­chen Seife von ihrer Lieb­lings­sorte. Als wir dann vor unserem Lieblingseisladen standen, mußten wir lesen, daß er mittwochs geschlossen ist. Das war herb. Auch fanden wir in der Altstadt kein Geschäft, in dem wir ein Plait für Ute gefunden hätten.

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Eine Augenweide

Wir gingen hinüber zur Märchenbucht, wo wir uns einen letzten Schoppen ligurischen Weißweines genehmigten. Ich schrieb die letzten drei An­sichts­karten, endlich mal in der Sonne sit­zend. Der Wein schmeckte vor­züg­lich, was man bei dem zu erahnenden Standardpreis von 10,-€ wohl auch erwarten darf. Auf dem Weg zum Auto waren wir erfolglos in einem Kü­chen­geräteladen. Die Pfef­fermühlen be­fan­den sich einfach in keinem akzep­tablen Preis-Leistungs­ver­hält­nis. Aber dann wurden wir in einem Stoffladen endlich fündig. Das blaugrau gestreifte Plait wird ideal zu Utes Couchgarnitur passen. Endlich hatten wir alles beisammen und brauchten eigentlich nur noch die Ansichtskarten auf den Weg nach Deutschland zu bringen, was wir aber gerade nicht im Fokus hatten.

Wir fuhren also wieder hinauf in Richtung Giandriale und waren schon hinter Casali, als mir das Briefkastenproblem wie Schuppen aus den Haaren fiel. In Castiglione Chiavares jedoch war das Glück uns hold und wies uns gegenüber, eines nur aus unserer Fahrtrichtung zu entdeckenden Briefkastens, eine Haltemöglichkeit zu. So, nun war auch das erledigt. Ein letztes Mal durch den gut zwei Kilometer langen Tunnel, danach die Schlaglöcher der Straße nach Tavarone meidend, trafen wir auf den letzten zwei Kilometern hinauf nach Giandriale gottseidank auch heute auf keinerlei Gegenverkehr.

Zum Abendessen erzählte der Kanadier von seinem Motorradkauf. Eigentlich hatte er sich in Italien ein Motorrad leihen wollen. Das hätte aber 2000,-€ im Monat gekostet, was wiederum dazu geführt hatte, daß er einen italienischen Freund bat, ein Motorrad für ihn zu kaufen. Das neue Motorrad kostete dann 6000,-€ anstatt der für ein halbes Jahr fällig werdenden 12000,-€. Halber Preis mit Restwert ist eine echte Alternative.

Das Essen war wie immer reichlich und gut. Besonders hervorzuheben war heute der Kuchen, eine Art Nektarinentorte, wenn wir Noreos Antwort richtig gedeutet hatten. Er erkundigte sich noch nach meinem Muskelkater, ich konnte allerdings nur einen blauen Fleck vorweisen. Ich schätze mal, der Muskelkater könnte sich morgen zeigen. Ein letzter, wundervoller Lemoncello schloß das Essen ab.

Buona Notte!

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