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Im Irrgarten

Dienstag
14. Mai 2013

 
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Cas.pngWandern von der Haustür aus


Heute wird dem Auto eine Pause gegönnt. Es wird sich freuen. Zum Frühstück schien wieder die Sonne, allerdings nicht so ungestört wie gestern. Nichtsdestotrotz konnte ich die vor­sichts­halber angezogene, wärmende Jacke wieder ablegen. Als die Wanderstiefel geschnürt und die Rucksäcke gepackt waren, konnte es losgehen.


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Das Gemeindezentrum
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Auf dem Weg

Der Schrittzähler wurde zurückgesetzt und der Anfangspunkt in der gestern erstan­denen Wanderkarte der Firma Kompaß gesucht. Auf der Karte erwies sich dies als einfacher denn in der realen Umgebung. Das führte zu einem entsprechenden, wenn auch kleinen Umweg. Den Schildern mit der Aufschrift "STELE" konnten wir keinen Sinn entringen, obwohl sie uns bis hinter Marmoreo begleiteten. Durch den verpaßten Einstieg und die mangelhafte Weg­kenn­zeichnung wußten wir nicht, wo genau wir uns auf der Karte befanden. Na egal, wir mußten nur auf der südlichen Seite des Höhenzuges bleiben, dann sollte es mit der Rundwanderung auch hinhauen. An einem talwärtsführenden Abzweig hielten wir an, denn wir hatten Stimmen gehört, die hoffentlich den offensichtlich ortskundigen, italienischen Wanderern gehören, die uns vorhin noch in Marmoreo begegnet waren. Und so war es auch.

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Wie im Dschungel

Wir zeigten ihnen unsere Karte, sag­ten ihnen, wo wir hinwollten und sie rieten uns, den Abzweig zu nehmen. So weit, so gut. Aus dem Weg wurde bald ein grasiger Pfad oder wahlweise ein Weg zurück nach Marmoreo, wonach uns der Sinn nicht stand. Also weiter geradeaus in den Olivenhain. Allerdings kann von einem Hain eigentlich nicht die Rede sein, denn der Begriff suggeriert eine gewisse Gepflegtheit, die gerade rapide ab­nahm, sollte sie einmal vorhanden gewesen sein. Wir fanden uns also in einem Oliven- und Maccialabyrinth wie­der. Die Bewälti­gung dieses Irr­gartens kostete uns außer einigen Kratzern anderthalb Stunden. Immer­hin hatten wir in dieser Zeit circa 250 Meter Luftlinie zurückgelegt. Es konnte nur noch besser werden.

Und das wurde es auch. Nach einem Stück Straße stiegen wir zur Chiesa Santa Appolonia hinauf nd gingen einfach dahinter weiter, an einer Ruine vorbei, bis wir an ein Haus gelangten, das der Besitzer gerade lie­be­voll reparierte. Unser mageres italienisch störte ihn nicht weiter, denn er kam aus Darmstadt. Er erklärte uns den besten Rückweg und begleitete uns freund­licher­weise sogar ein paar Schritte. Besten Dank!

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St. Bernardo
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Marmoreo

Ab hier war plötzlich der gesamte Weg vorbildlich mit rot-gelb-roten Markierungen ausge­wiesen und so gelangten wir ohne jegliche Orientierungsprobleme auf den Berg oberhalb von St. Bernardo. Von dort hatten wir einen tollen Blick auf Marmoreo. Mit dem Fernglas konnte ich das trock­nende Handtuch auf unserer Terrasse erkennen. Leider verdeckte der Höhen­rücken Il Poggios den Blick auf die Altstadt Albengas. Die Türme sehen aus der Ferne bestimmt auch beeindruckend aus.

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Rückkehr nach Marmoreo
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Hohle Gasse

Nach dem Abstieg in Richtung Unterkunft stellte sich heraus, daß die italienischen Wanderfreunde garnicht so ortskundig gewesen waren, denn sie hatten uns vom rechten Wege abgebracht. Das war sicher nur ein Mißverständnis. Jetzt fanden wir auch den richtigen Ausstiegspunkt der Wanderung, der in Marmoreo geheimgehalten wird. Nur der Kirchen­wanderweg mit den drei roten Punkten ist wohlgepflegt. Wenn man sieht, daß es hier vier Kirchen für das Dorf gibt, fragt man nicht mehr weiter. Hauptsache wir sind nach 15 Kilometer Wanderung wieder wohlbehalten auf Il Poggio angekommen.

Die vier Stunden bis zum Abendessen wurden zur individuellen Erholung genutzt. Eine Katze hatte es sich auf unserem Auto bequem gemacht, es sozusagen besetzt. Das Abendmenü bestand heute aus schwerem Geflügelsalat, Gnocci mit Pesto nebst Tomate und Kartoffel-Succini-Torte. Allein Heidi konnte sich zusätzlich zu einer Schoko-Obst-Tasche durchringen. Mir genügte der abschließende Café. Für die nächsten zwei Abende haben wir uns von der Beköstigung abgemeldet. Morgen soll es regnerisch werden, was man am besten in urbanen Gefielden erträgt. Genua? Aber auf jeden Fall Albenga.

Buona Notte!

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