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Albenga

Donnerstag
16. Mai 2013

 
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Das Nest der Fieui di CaruggiDias/Cantina.jpg
Das Nest

Der Himmel weint, unsere Terrasse ist eher eine Lagosse oder Piscinasse. Die Liegestuhlbezüge würde man auswringen können, wenn man wollte. Am Nachmittag sollte der Regen nachlassen, erfuhr ich aus dem Internet. Bis dahin vertrieben wir uns die Zeit mit Lesen und Schreiben und dem Verschicken von Fotos an Maximilian.

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Plan der Altstadt

Als der Regen nachließ, fuhren wir hinunter nach Albenga. Mit etwas Glück erwischten wir einen günstigen Parkplatz fast direkt an der Piazza del Popoli. Wir hatten nur einhundert Meter zur Altstadt zu gehen. In dem Ristorante, vor dem wir letztens schon etwas getrunken hatten, ließen wir uns Pizzen servieren. Und wir wurden nicht enttäuscht. Meine Calzone war wegen seiner Färbung etwas ganz besonderes und Heidi war mit ihrer Pizza Verdure auch sehr zufrieden.

Jetzt war es an der Zeit, die ältesten Zeugnisse Albengas zu begutachten. Das Baptisterium und der Bischofssitz wurden wohl schon im 5. Jahr­hundert errichtet. Zu der Zeit lag die Stadt gut zwei Meter tiefer als heutzutage. Der Fluß habe seinen Lauf verändert, wurde uns als Begründung angegeben. Wer weiß? Angeblich soll auch das Mosaik im Baptisterium, das wie neu aussieht, im Originalzustand sein. Wer weiß? Unsere Führerin war eventuell doch noch etwas unerfahren in diesen Dingen. Es könnte vor ihrer Zeit rekon­struiert worden sein. Auf der anderen Seite ist das ja eher unwichtig und es war sehr angenehm, für 10,-€ individuell durch die Schatzkammern Albengas geführt zu werden. Auch wenn der Bischofspalast in direkter Nachbarschaft des Baptisteriums zwei Meter höher steht, wahrscheinlich weil seine Kellergewölbe auch vor 1600 Jahren nicht sonderlich attraktiv waren.

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Die Kathedrale_________________Gasse am Baptisterium____Das Baptisterium

Anschließend erkundeten wir weiter die Stadt. Überall hängen Fahnen mit Katschies oder Zwillen, wie Heidi sagen würde, herum. Wir konnten keinen Sinn in dieser Ausstaffierung erkennen. Das sollte sich jedoch schlagartig ändern, als sich plötzlich eine vorher von mir fotografierte Tür öffnete und ein freundlicher Herr uns fragte, woher wir kämen. Aus Deutschland? No Problemo! Bei dem Herrn handelte es sich um den Katschiprotagonisten. Der Preis "Fionda di Legno" wird von dem Verein der Gassenjungs verliehen, hat ausschließlich einen ideellen, moralischen Wert und scheint trotzdem gern empfangen zu werden. Dieses Jahr hat die Schleuder der Erfinder des Slow Food Carlo Petrini bekommen. Preisträger werden Querdtreiber, die wie David gegen den Zeitgeist aufstehen und Denkanstöße geben. Wenn ich das richtig verstanden habe.

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Das Garagentor_________________Ein Katschie_____________Beifallsbekundungen

Wir verkosteten im Kulturkeller in Grappa eingelegte Feigen, Kräuter und sogar Holz, also bei letzterem nur den Grappa. Interessant. Zu guter letzt trugen wir uns ins Gästebuch ein und bedankten uns vielmals für die Einführung in das italienische Kulturleben. Es gibt übrigens außerhalb Albengas inmitten eines Kreisverkehres sogar eine Plastik mit unserem Gastgeber und seinen Kindern, die mit der Zwille hantieren. Das hat was.

Danach suchten wir die auf dem Stadtplan eingezeichnete Markthalle und fanden einen Lidlmarkt. Es entwickelt sich - in die falsche Richtung. Also gingen wir erneut in die Altstadt. Erst auf den Hinweis, daß es in dem Lebensmittelladen auch Brot gäbe, bemerkten wir es auch. Und das Brot schmeckte ganz hervorragend, als wir es später in der Bibliothek aßen. In einer Bar ließen wir uns für 2,50€ das Stück Blutorangensäfte pressen, angenehm.

Schließlich fuhren wir wieder hinauf nach Marmoreo. Trockenes Holz für den Kamin in der Bibliothek habe sie bei dem Wetter keines, aber einen Heizlüfter könne sie uns zur Verfügung stellen, sagte Mice (das WLAN heißt so). Immerhin, besser als nix bei der Kälte. Ein Stöckchen verhinderte das laute Klappern des Lüfters und so konnten wir es uns in der Bibliothek gemütlich machen. Ich arbeitete an der 24. Ausgabe des Urlaubstagebuches und Heidi ließ sich von ihrem Krimi fesseln. Und als mir die Lust am Schreiben ausging, begann auch ich zu lesen. "Tante Julia und der Schreibkünstler" - eines der lustigsten Romane aller Zeiten von Llosa. Also bisher geht's, gut liest sich Llosa sowieso.

Buona Notte!

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