Madeira - 22. Mai 2008
Die Levadas der Umgebung
Bei unserem gestrigen Wanderungsaustausch fiel uns auf, daß auf der Karte des Kölner Wanderers auch eine Levadawanderung bei Tabua also Ribeira Brava eingezeichnet war. Unerwarteter Weise gibt es diese Wanderung in John und Pats Wanderführer und wir hatten sie nur übersehen. Also warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Dabei begannen wir mit der angeblich extrem schwindelerregenden Variante der alten Levada do Moinho. Wir fuhren mit dem Auto hinauf nach Lombada da Ponta do Sol. An der Kirche kann man gut parken und ist direkt am Einstieg. Alles ist für die Touristen neu ausgeschildert. Im Gegensatz zur Beschreibung ist die Levada kürzlich erneuert worden, wobei die gesamte Levada mittels Drahtgeländern gesichert wurde. Dieser Levada sollte nun eigentlich jeder Wanderer folgen können.

- Lombada da Ponta do Sol

- Erhöhung der zu flachen Mauer
Die Blicke auf Ponta do Sol, Lombada und die Ribeira sind recht attraktiv, auch wenn die Ribeira gerade in ein künstliches Bett gelegt wird. Wofür das gewonnene Land genutzt werden wird? Wer weiß? Wir liefen also den bequemen Weg nicht nur kurz sondern immer weiter ins Tal hinein. Nach knapp zwei Stunden gelangten wir an einen Picknicktisch mit einer Feuerstelle. Hier mußten wir einfach rasten.

- Der Rastplatz lädt zum Picknick ein
Laut Reiseführer verlief über uns die Levada Nova, die wir zur Abwechslung gern für den Rückweg genutzt hätten. Vor kurzem war ein Weg aufwärts gegangen, der vielleicht die gewünschte Verbindung herstellt. Aber jetzt erstmal Brotzeit. Die frisch aufgeschnittene Tomate wurde auf die mit Ziegenkäse belegten Brötchen drapiert - zünftig! Ach, und wir waren jetzt direkt an der Ribeira da Ponta do Sol.

- Leider nur Steinmännchen
Ist das dort nicht ein Steinmännchen? Komm, wir schauen mal! Da ist wieder eins und noch eins. Bei halbwegs trockenen Verhältnissen kann man also sogar dem Flußlauf folgen und gelangt ebenfalls zur Levada Nova - Klasse! Hier oben war gerade ein englisches Pärchen eingetroffen und hatte sich auf den Steinen der Ribeira zu einem Picknick niedergelassen. Eine Stunde und zehn Minuten hatten sie bis hierher gebraucht. Das war schon schnell. Mehrere Arbeiter machten sich an der Levada Nova zu schaffen. Es gibt eben immer was zu tun. Und jetzt machte die Levada Nova mit senkrecht abfallenden Felswänden in längeren Abschnitten der Ankündigung im Reiseführer alle Ehre. Der ungefähr 50 cm breite Weg am Abgrund war aber gut in Schuß und es bestand nirgends Rutschgefahr.

- Trittsicherheitsteststrecke

- Zu hintergehender Wasserfall
Unmittelbar vor dem einzigen Tunnel (ca. 200m Länge) wird es zwar ausgesprochen feucht, weil man einen Wasserfall unterqueren muß. Dafür gibt es einen extra in den Fels gehauenen Gang, weshalb die Regenjacken im Rucksack bleiben konnten. Als wir halbwegs trocken den Wasserfall hintergangen hatten, standen wir schon im Tunneleingang. Wir holten unsere Taschenlampen heraus, obwohl man das Licht am Ende des Tunnels von Anfang an sieht. Der Weg liegt oberhalb des Levadarandes, wodurch sich keine Pfützen bilden können. Einzige Erschwernis für Langaufgeschossene ist die sinkende Höhe zum Ende des Tunnels hin.

- Mit fliegendem Haar unterwegs
Dann geht es weiter auf der Levadakrone entlang bis wieder die ersten Terrassenfelder auftauchen. Wir waren überrascht, wie schnell wir wieder in Lombada da Ponta do Sol standen. An einem schönen Aussichtspunkt mit Tisch und Bänken aßen wir unsere letzten Plätzchen und warfen noch einen Blick ins Tal der Ribeira da Ponta do Sol. Die Wanderung war nicht anstrengend (13 km) und zudem sehr schön gewesen. Und die ursprüngliche Hauptwanderung an der Levada Nova da Tabua bleibt uns auch noch. Als wir unsere Wanderschuhe ins Auto stellten, kam auch das englische Pärchen schnurstracks anmarschiert. Na, wie war's bei den Wasserfällen? Aufregend, aber eben nicht schlüpfrig wie befürchtet. Eine tolle, spannende Tour! Schönen Urlaub noch!
Wir fuhren hinunter zur auf die ER222, blickten von dort auf den Talkessel von Lugar de Baixo und unsere Dachterrasse.

- Blick auf Lugar de Baixo
In Ribeira Brava soll man auch gut baden können. Schauen wir doch mal hin! Da können wir auch gleich die restlichen Ansichtskarten auf die Reise schicken. Wir erkundeten zuerst, was sich hinter dem Tunnel am Taxikreisverkehr befindet. Es ist der Hafen ohne wesentliche Parkmöglichkeiten. Also parkten wir in der Küstensackgasse von Ribeira Brava. Es war tatsächlich noch ein Plätzchen frei. Deutschsprachige Zeitungen sind auch hier nicht zu bekommen und die Post hätten wir beinahe übersehen. Das Rot ruft ganz andere Assoziationen hervor als Karten einstecken. Wir schlenderten durch die ebenfalls ziemlich neue Ladenstraße, leisteten uns ein Eis und ließen uns von einer tüchtigen Verkäuferin Kaschukerne, Paranüsse und Macadamia im Gegenwert von 7,20 € eintüten. So hatten wir am Strand auch was zu knabbern. Heidi nutzte die vorbildlichen Umkleidekabinen und sprang auch gleich ins Wasser, wobei das Springen eher einem Schwanken ähnelte. Wie es eben so ist, wenn man sich über verschieden große Steine bewegt. aber das Wasser sei herrlich, meinte Heidi anschließend.
Ich ging dann mit Flossen, Brille und Schnorchel zu Wasser, was eventuell beeindruckend aussah, aber nicht wirklich etwas brachte. Nur Steine, Steine und nochmals Steine und nicht ein Fisch waren zu sehen. Aber ich hatte es versucht. Als ich die Nase voll hatte, also konkreter die Nasenhöhle voller Salzwasser, verließ ich den Atlantik. Das genügte für heute.
Wir kauften schnell Holzkohle, Nackensteaks und ein Sixpack Bier, um das Abendessen bestreiten zu können. Die drei Steaks brachten es auf 785 Gramm und waren unterschiedlich dick, was das Grillen nicht vereinfachte. Die Holzkohle brannte gut aber ebenso unterschiedlich, da verschiedene Holzarten verarbeitet worden waren. Sogar ein Grillbrikett war dazwischen gerutscht. Das flog sofort raus. Alles Fleisch war am Ende gut durchgegrillt und wir genossen das Mahl. Ich schrieb den gestrigen Tag im Tagebuch zuende und durfte den Eintrag auch gleich verlesen. Daraufhin folgten die noch offenen Tage seit letzten Freitag. Laß uns noch die Bilder von heute anschauen! Wir ließen die Wanderung in den Bildern noch einmal aufleben. Da rauschte sogar der Wasserfall bewundernd.



