Vollbild Vollbild Vollbild Der Strand Vollbild Vollbild Vollbild Vollbild

Regentag

Freitag
23. Mai 2008

 
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Mit dem Katamaran unterwegs

Zuerst rauschte die aktivierte Hauslevada und dann nur noch der Regen. Der Tisch mußte wieder in die Wohnküche gehoben werden. Das eine Bein baumelte nach wie vor hilflos herum, da es keinen Boden unter dem Fuß hatte. Nach dem Frühstück - heute wieder mit Rührei - blieb nicht viel zu tun. Dem Tagebuch bekommt solches Wetter bestens. Es wird nicht so voll geschrieben, denn es passiert ja nix und der Stand wird aktualisiert. Das ist schon mal eine positive Seite des Regens.

Gegen Mittag hörte der Regen dann auf und wir dachten, eine Bootsfahrt wäre nicht schlecht. Die gibt es aber nur in Funchal. Nach verschlungener Anfahrt parkten wir wieder im "Dolce Vita". Den Jardin Municipal kannten wir ja schon, nur daß auf der Avenida Arriaga Dutzende Pavillions mit Büchern aufgebaut worden waren. Mit Hilfe des Wörterbuches fanden wir heraus, daß es sich um eine Buchmesse anläßlich des 500. Gündungstages Funchals handelte. Na gut.

Am Hafen wurde uns zügig eine günstige Bootspartie angeboten (25,- €). Der Katamaran fasse 100 Personen sei aber nur zur Hälfte ausgebucht. Um 14.30 Uhr wäre check in und es sei freie Platzwahl. Also rechtzeitiges Erscheinen sichert die besten Plätze. Es war inzwischen 14.20 Uhr und Heidi verspürte heftige Hungergefühle. Wir könnten ja in einem Hafenkaffee noch etwas trinken und vielleicht ein Sandwich bestellen, regte ich an. Gesagt, getan. Die Einladung gemütlich zu speisen, mußten wir mit Hinweis auf unseren knappen Zeitfonds ablehnen. aber ich bestellte zwei Capuccine ein Thunfisch-Sandwich und Heidi stieg auf Pommes Frittes um. Das war keine wirklich gute Idee, denn anscheinend mußten die Kartoffeln erst geschält werden. Und als sie dann, in typische Streifen geschnitten, um 15.27 Uhr serviert wurden, waren sie vom Frittieren noch so heiß, daß es weitere Minuten dauerte, bis sie eßbar waren. Da war mein Thunfischbrötchen schon fast verdaut. Obwohl wir wußten, das Boot würde erst um 15.00 Uhr auslaufen, waren wir wegen der blöden Eincheckzeit verunsichert. Und was würde mit den besten Plätzen? Ich fragte nach einer Tüte für die Fritten, woraufhin die nette Kellnerin eine Assiette und ein paar Zahnstocher brachte, was Heidis Mahl mobil werden ließ. Bezahlt hatte ich schon.

Wir brachen natürlich sofort auf, denn wir hatten die zunehmenden Aktivitäten auf der "Sea born" vom Kaffee aus beobachten können. Wer eine check in time ansetzt, hat bestimmt auch etwas für security advising übrig und wir wollten unbedingt wissen, wo sich an Bord die Schwimmwesten befinden. Man kann ja nie wissen, ob genügend Delphine für alle Passagiere unterwegs sind.

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Doch noch rechtzeitig
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Da taucht er schon wieder ab

Der smarte Passagierwerber war wohl nicht informiert worden, aber eben war eine allein schon 40-50 Personen umfassende, französische Reisegruppe am Entern der "Sea born". Nicht nur daß das Boot inzwischen ganz gut gefüllt war, die Gruppe war auch ziemlich ausgelassen. Ob das die richtige Verfassung für's Wale- (50% Wahscheinlichkeit) und Delphinegucken ist?

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Der Strand von Cabo Girão

Jedenfalls kurvten wir eine gute Stunde südöstlich von Funchal herum und bekamen auch etliche Delphine zu sehen. Von einer Begleitung unseres Katamarans nahmen sie wahrscheinlich wegen des Lärms an Bord abstand. Und Tschüß. Bisher hatte die Sonne geschienen, doch als wir wieder Kurs auf die Küste nahmen, zogen dunkle Wolken auf, die aber nur ganz vereinzelte Tropfen fallen ließen. Schön, den nur vom Wasser aus erreichbaren Strand von Cabo Girão zu sehen. Baden wollte bei diesem Wetter niemand.

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Bettenburgen im Bau
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Das altehrwürdige "Reid's"

Na gut, dachte sich der Kapitän, die eingesparte Zeit kann ich auch eher im Hafen sein. Wir zuckelten an der Küste entlang und erschauderten beim Anblick der Bettenburgen im Westen Funchals. Vor der Bar unseres Bootes wurde zu Lambadarhythmen französcher Bauchtanz zelebriert. Nur das "Reid's Palace" hat noch echt Stil.

Bei der Rückkehr in den Hafen fiel uns auf, daß zwei große Segelschiffe und sogar ein U-Boot festgemacht hatten und auch Zivilisten darauf herumliefen. Bestimmt alles im Rahmen der Festwoche in Funchal. Statt um 18.00 Uhr standen wir schon eine Viertelstunde früher wieder an Land. Schiffegucken ist auch nicht schlecht. Als wir dann allerdings an der Gangway eines Kreuzers standen, wurde uns bedeutet, daß 18.00 Uhr Schluß sei und morgen auch noch die Möglichkeit bestünde, an Bord zu kommen. Dann hatte Heidi die Idee, daß es ja einen Veranstaltungsplan für die Festwoche geben könnte. Der nächste Weg führte uns zur Touristeninformation in der Avenida Arriaga. Einen Veranstaltungsplan? Oh nein, so etwas gäbe es nicht. In der Altstadt sei hald abends immer was los. Und die Kanonenboote wären noch bis Sonnabend zu besichtigen, wobei um 11.00 Uhr auf See vor dem Hafen etwas dargeboten werde. Wieder war unser Eindruck bestätigt worden, die hiesige Touristeninformation ist eher eine Zimmervermittlung.

Auf dem Weg zum Parkhaus kamen wir zwangsläufig am Jardin Municipal vorbei und entdeckten wieder etwas Neues. Im Garten gibt es eine Freilichtbühne, auf der die Vorbereitungen für ein abendliches Konzert liefen. Wir ließen uns vor der nachbarlichen Musikbar auf ein Bier nieder. Es war jetzt kurz vor 19.00 Uhr, noch eine Stunde wollten wir nicht warten. Nach Entrichtung von 4,30 € konnten wir das Parkhaus schuldenfrei verlassen.

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Noch'n Sonnenuntergang

Wir fuhren gleich nach Ponta do Sol durch, um dort zu Abend zu essen. Am Nachbartisch saß das Paar, das wir vor drei Tagen am Strand getroffen hatten. Die beiden erzählten, daß sie zwar aus der Heidelberger Ecke stammten, aber schon dreizig Jahre südlich von Wien lebten. Heidi bestellte sich gegrillten Stockfisch, der ihr sehr gut schmeckte und auch ich war mit meinem Picadilho, diesem madeirischen Rindfleischspieß sehr zufrieden. Zum idealen Son­nen­untergang kam es auch heute nicht, obwohl wir noch nie so nahe dran waren. Aber wer will schon immer den idealen Sonnenuntergang? Ist eh schon kitschig genug mit dem Palmwedelsonnenschirm, Fischerbooten und Wasserfall am Meer.

Zurück in der Casa Nikolau las ich die in Funchal erstandene "Fußballbild" und vergaß darüber völlig, die Bilder zu überspielen. Dafür löste ich das allerletzte der 100 Sudokurätsel aus dem 2005 in Heathrow gekauften Heftchen erfolgreich. Zufrieden rauschte der Wasserfall.

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