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Calheta

Sonntag
25. Mai 2008

 
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CLT.pngCalheta und Umgebung

Überraschung! Wir schliefen bis halbzehn (9.30 Uhr), was ein absolutes Urlaubsnovum war. Das Sonntagsfrühstück war heute mit einem dazugehörigen Ei ausgestattet. Der Mangonektarinensalat wurde mit Joghurt abgerundet und ich gab noch etwas Honig auf den Joghurt. So beginnt ein Sonntag angemessen.

In der Nacht hatte es geregnet und im Moment war keine Wolke am Himmel zu sehen. Nur der Wind hatte enorm aufgefrischt. Ob es auf der Paul da Serra auch wolkenfrei ist? Da müßten wir schon nachsehen. Der vor Tagen vernebelte Aussichtspunkt Bica da Cana wäre in fünfzehn Minuten zu Fuß erreichbar und dir Runde um den Pico Ruivo do Paul wäre mit eineinviertel Stunden Dauer genau der richtige Sonntagsspaziergang. Da fahr ich am besten gleich in Calheta hoch zur Paul da Serra, denn dann sind wir gleich auf der Höhe, wenn's dort oben zu schlechtes Wetter ist und wir unten am gelben Sandstrand relaxen wollen. Allerdings verpaßte ich in Calheta den richtigen Abzweig und war erstmal im folgenden Röhrensystem gefangen. In Calheta-Ost, so stand es auf dem Schild, konnte ich rechts abbiegen. Anstatt zurückzufahren, war ich dem Trugschluß aufgesessen, man käme auch obenherum auf die E211. Das bemerkte ich aber erst, als die Straße am Ende war und ich somit ebenso. Also zurück! Aber da muß es doch eine Abkürzung geben. Man kann hier nicht von der Qualität der Straße auf ihre Wichtigkeit schließen, außer natürlich bei der Autostraße selbst. Es dauerte jedenfalls viel länger als vorgesehen, bis wir die E211 gefunden hatten. Ich empfehle niemandem, mit einem nicht eingefahrenen bzw. zu schwachen Auto die Straße hinauf zur E110 zu fahren. Wir waren bis fast zum Rastplatz "Garagem" oben nur im ersten Gang unterwegs. Daß es so steil ist, war uns die zwei Male bergab garnicht aufgefallen. Oben pfiff der Wind noch stärker und die Wolken hatten spätestens ab dem Hotel an der E110 die Straße und damit auch die umliegenden Wanderwege voll im Griff. Also wieder runter nach Calheta. Aber wir könnten doch an der Statue Christo Rei vorbeifahren. Die Aussicht dort soll nicht schlecht sein. Und der Abzweig nach Arco de Calheta war doch gerade erst. Die Straße hatte einen neuen Belag und fuhr sich hervorragend. Nur daß kein Christo Rei auftauchte. An einem Restaurante, dem gegenüber ein großer Rastplatz zum Grillen einlud, hielten wir an. Es war offensichtlich, daß nicht nur der Belag, sondern die gesamte Straße nagelneu war, was man von unserer Straßenkarte nicht gerade sagen kann. Jetzt wo unser Wanderführer neben mir liegt, meine ich, daß wir am Pico de Arco gestanden hatten, um uns zu orientieren. Jedenfalls muß Christo Rei weiter auf unseren Besuch warten.

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Was ist das nu wieder?
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Altehrwürdiger, verwachsener Baum

Wir kurvten hinunter nach Calheta, warfen einen ersten Blick auf die zwei aufgeschütteten Sandstrände und fuhren dann weiter nach Raposeira, wo laut Christine ein "sehr zivilisierter Weg" zu einem besuchenswerten Aussichtspunkt führt. Wir parkten an der Kirche, gingen um die neugebaute Grundschule und dann weiter die Dorfstraße hinab, bis ein Schild uns links abbiegen hieß. Dieser Hinweis stellte sich zwar als Umweg heraus, läßt den Aussichtspunkt aber auch mit Sandaletten erreichbar werden.

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Abgelegener Aussichtspunkt
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Der Stieg von Paul do Mar

Auf dem Weg trafen wir zwei belgische Paare, die vor zehn Jahren das letzte Mal hier waren und nur ihr Erstaunen zum Ausdruck bringen konnten, wieviele neue Straßen in dieser Zeit entstanden sind. Sie erklärten uns auch, daß der Weg, der drüben am Hang zu sehen sei, von einer Hotelanlage bis zu einem kleinen Ort am Meer führe. Da fiel es uns wie Schuppen von den Augen, das war der Weg, den wir vor genau 14 Tagen von Paul do Mar hinaufgewandert waren. Und im Hintergrund sahen wir Jardim do Mar.

Wir verabschiedeten uns von den Weggenossen, denn wir wollten den kürzeren, alten Pfad nach oben ins Dorf nutzen. Und die belgischen Wanderfreunde waren auch mit den Autos entschieden weiter ins Tal gefahren als wir. In Calheta fanden wir nur noch im Parkhaus eine Möglichkeit, das Auto abzustellen.

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Nach genossenem Mahl...
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...einfach nur zufrieden

Bis wir unseren Hunger mit Fischsuppe, Salat und Bolo de Coco gestillt und noch Cappuccino getrunken hatten, hatte sich eine dicke, graue Wolke vor die Sonne geschoben. Die Eingeborenen kennen das wohl schon, jedenfalls packten sie ihre Sachen mehrheitlich, als wir trotzdem an den Strand gingen. Der Wind blies die Wolken eine Etage über der dicken, grauen hinaus auf's Meer, wo sie sich dann auflösten. Nur die Sonnenblockerwolke hing wie festgebunden immer an der selben Stelle. Kühler Wind und keine Sonne machen keine Badenixen unnd so packten wir unsere Bastmatten wieder ein, bezahlten die 90 Cent Parkgebühr für ca. zwei Stunden und bekamen die 10 Cent Wechselgeld auf den eingeworfenen Euro prompt nicht zurück. Geschenkt. Zum Glück hatten wir nicht mit einem Schein gezahlt.

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Alte Waschstraße

Hinter Madaleina do Mar fuhren wir die alte Küstenstraße nach Ponta do Sol. Das ist eine tolle Strecke. Endlich erlebten wir zumindest einen Wasserfall, unter dem madeirische Autofahrer gern durch mehrmaliges Hin- und Herfahren ihre Autos waschen. Nur war der hier für diesen Zweck - heute zumindest - etwas zu schwach. Der Hauptfall schoß über die Straße hinaus, sonst hätte auch eine einfache Passage für die Reinigung genügt. Hier fahren wir bestimmt noch einmal lang.

Auf der Dachterrasse schien die Sonne, was das Tagebuchschreiben inspirierte, und Heidi übte in der Kemenate ihre Stimme. Weil sie jetzt alle Bücher ausgelesen hat, beschäftigt sie sich neuerdings mit SUDOKU. Ich hatte in dem Heftchen extra einige leichte Varianten frei gelassen, falls es sie mal überkommt. Jetzt versucht sie fluchend, Lösungswege zu finden. "Abendbrot! Mir reichts!"

Der Thunfischreissalat mit Paprika und Erbsen war wie immer sehr gut. Und schon war das SUDOKU wieder dran. Das kann ja was werden! Nachdenklich rauschte der Wasserfall.

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