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Christo Rei

Mittwoch
28. Mai 2008

 
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Die letzte Wanderung

Heute schien wieder die Sonne, ohne dabei von Wolken behindert zu werden. Wir hatten keinen weiteren Versuch zur Begehung des Pico Ruivo geplant gehabt und so also ausgeschlafen un din Ruhe gefrühstückt, bevor wir in Richtung Paul da Serra aufbrachen. Diesmal fuhr ich wieder über Ribeira Brava und den Poisopaas hinauf. Die Parkplätze waren regelrecht überlaufen. An dem Andenkenladen, wo ich mein Madeira-Basecap gekauft hatte, hätten wir heute garkeinen Parkplatz gefunden. Es sieht so aus, als sei jetzt doch endlich die Hochsaison ausgebrochen.

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Blick in die Hochgebirgsregion
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Die Bica da Cana

An der Bica da Cana hielten wir auf dem neu angelegten Parkplatz, liefen hinauf zur Bica und dann wieder etwas hinunter zu einem Aussichtspunkt, den wir bei unserem ersten Besuch wegen des Nebels garnicht bemerkt hatten. Heute hatten wir die beste sicht und konnten auch die Pice Ariero und Ruivo sehen. Mal schauen, ob das große 180° - PanoramaDias/bicadacana_200.jpg
Es ist was geworden
etwas wird.

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Über den Wolken...
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...ist es wunderbar

Auf den Parkplätzen von Rabaçal war noch ausreichend Platz vorhanden, um das Auto abzustellen. Allerding gingen wi rnicht in Richtung Rabaçal sondern in die entgegengesetzte Richtung an der Levada ... entlang, um Christo Rei auf seinem Sockel zu bestaunen. Von Süden waren inzwischen Wolken herangezogen, die sich aufmachten, zu uns herauf zu kriechen.Der hier oben im Moment noch vorherrschende Nordwind trug die Wolken zwar wieder nach Süden, aber vom Meer und den Küstenorten war rein garnichts zu sehen. Dafür war der Blick nach oben noch frei, wo sich unter dem blauen Himmel vor allem Farne, Ginster und Kühe, aber auch Fingerhut und Kakteen ausbreiteten.

Wir trafen auch einige größere und kleiner Wandergruppen, die sich an der Natur erfreuten. Ich tappte einmal mit dem linken Fuß in die Levada hinein, als mir beim Ballancieren auf dem abgerundeten Levadarand das Gleichgewicht kurz ein Schnippchen schlug. Heidi amüsierte sich köstlich über mein Mißgeschick. Zum Glück ist die Levada nur so 20 Zentimeter tief und deshalb war hald die Hose und die Socke etwas feucht geworden. In den Schuh hatte das kühle Nass es nicht geschafft. Da es gestern geregnet hatte, war der Weg ziemlich rutschig und feucht. An einer Stelle stand sogar reichlich Wasser auf dem Weg, was von in der Levada verkeilten Ginsterästen herrührte. Ich zog einen Ast heraus und schon floß alles wieder seinen gewohnten Gang.

Der Nordwind schien nachgelassen zu haben, denn jetzt schlossen uns die Wolken völlig ein. Kein Christo Rei war zu sehen. Nur ein Kreuz und die Nationalstraße 209 waren sichere Zeichen, daß wir den Wendepunkt unserer Wanderung erreicht hatten. Wir aßen von unseren Nüssen, tranken von unserem Wasser und hofften, daß die Wolken ein Einsehen hätten und aufrissen. Dann eben nicht.

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Jetzt ist Christo Rei frei
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...in den Wolken weniger

Wir begaben uns auf den Rückweg und mir nichts dir nichts war der Blick frei auf die Statue, den Parkplatz, das halbe Tal eben. Der Spuk war nach zwei Minuten aber schon wieder vorbei. Mein rechter Fuß blieb trocken, obwohl wir auch mal eine Wanderkuh umgingen, anstatt sie vom Weg zu schicken. Es gelang noch die eine oder andere Aufnahme, bevor wir an den jetzt fast ausgebuchten Parkplatz zurückkehrten. Busse parkten auf der Straße und die Leute dachten, sie wären auf dem Bürgersteig. Vorsicht war geboten.

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Bereinigung der Levada
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Ein letzter Blick

Die Badeschuhe hängen, jetzt bestimmt schon trocken, noch auf der Leine, was Calheta mit seinem Sandstrand zum Favoriten für ein vorläufig letztes Schwimmen im Atlantik machte. Für 50 Cent stellten wir das Auto ab und gingen an den Strand. So wie wir vorhin über und in den Wolken gewandert waren, lagen wir nun unter den Wolken. Es ging kein Wind, die See war ruhig und deshalb war es nicht so kühl, wie man es vielleicht erwartet hätte. Um 16.29 Uhr war unsere Parkzeit abgelaufen. Das große Packen erwartete uns in der Casa Nikolau.

Gegen 20.00 Uhr war auch das erledigt und wir begaben uns ins Restaurante Lugar de Baixo. Diesmal bekam ich wirklich ein großes Bier (0,5l). Wir wählten beide Espada, Heidi klassisch, ich exotisch. Das konnte die Kellnerin nicht wissen und kam deshalb mit einem Tablett, auf dem das komplette Fischangebot in rohem Zustand ausgebreitet lag. Wie gesagt, wir hatten uns schon entschieden. Sie brachte uns dann ein Körbchen mit Bolo de Caco und geröstetem Knoblauchbrot nebst Frischkäse. Das sei schon in Ordnung so, entnahmen wir ihren Gesten. Wir waren fast schon satt, als der Fisch kam. Das Filet war in einem Teigmantel gebacken und auch so sehr schmackhaft. Der Unterschied zwischem klassisch und exotisch angerichtetem Espada besteht hier übrigens in einem halben Pfirsich, der sich preislich in einem Euro niederschlägt. Heidi kämpfte mit ihrer kleinen Portion gebackener Polenta. Wir waren also gut gesättigt, als der Kellner versuchte, uns noch einen Nachtisch schmackhaft zu machen. Ich dachte, ich versuch mal einen Aguardente, mal sehen wie sie ihn im Restaurante mixen. Anscheinend besitzt Aguardente eher eine allgemeine Bedeutung im Sinne von Schnaps und nicht unbedingt von Zuckerrohrbrand mit Zitrone und Honig. Jedenfalls bekam ich ein gut gefülltes Glas Cognac, das für 3,60 € noch recht günstig war. Insgesamt waren wir mit über 40,-€ dabei, denn die Brote waren natürlich berechnet worden, obwohl wir sie garnicht bestellt hatten und aus Heidis kleiner Portion Polenta war eine große geworden. Irgendwie müssen sie, scheint's, für ihren Umsatz sorgen, denn viel ist hier nicht los.

In der Casa Nikolau wurde das letzte Aguardente mit dem restlichen Zitronensaft ins fast leere Honigglas gegeben. Da ließ sich die Poncha ganz toll mixen. Bei Sekt mit Erdbeeren beschlossen wir sozusagen unseren Madeiraurlaub. Wir sahen uns noch die Bilder der letzten drei Tage an und erfreuten uns am Rauschen des Wasserfalles.

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