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Jardim Botanico

Donnerstag
15. Mai 2008

 
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Botanischer Garten

Was rauscht denn da so laut, daß man davon wach wird? Der Wasserfall kann es nicht sein und das Wässern der Bananenhaine auch nicht. Es wird doch nicht etwa regnen? Oh doch! Und es regnet ziemlich heftig und dann mal wieder weniger. Ich rette meine Sandaletten vor dem Ertrinken, sie schwimmen unter der Steinbank. Wir frühstücken erstmalig in der Küche. Es ist ein Frühstück der kurzen Wege - wenigstens etwas. Da ich gestern reichlich fotografiert hatte, räumte ich die Bilder auf, bearbeitete sie mit GIMP und spielte die Panoramen mit HUGIN zusammen.

Gegen 11.00 Uhr kam die Sonne wieder zum Vorschein. Der Botanische Garten in Funchal könnte ein dankbares Ziel sein, wenn alle Wanderwege so aufgeweicht sind. Ohne großes Federlesen brachen wir auf. Die Abfahrt Nummer 12 würde uns unserem Ziel am nächsten bringen. Führe man dann immer geraeaus, käme man käme man direkt zum Bauernmarkt.Wir mußten allerdings wenden, um auf die andere Seite der Ribeira de Joáo zu gelangen. Dort ist der Weg zum Jardim Botanico gut ausgezeichnet. Die Parkplätze an der Buswendeschleife waren voll ausgelastet, was bei etwa 12 Stellplätzen auch nicht verwundert. So parkten wir an der Straße. „Es ist ja schon Eins!” Wir tranken Kaffee zum Kuchen, bevor wir in den Garten gingen.

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Kunstvoll getrimmt

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Was mag das wohl sein?

Drei Euro Eintritt pro Person, das geht. Es grünt und blüht in den uns unbekanntesten Formen. Weil nur wenige Arten ausgezeichnet waren, konnten wir nicht viel hinzulernen. Irgendwie scheinen hier die Schilder knapp zu sein. Ansehenswert und lohnend ist der Garten allemal. Kürzlich muß hier ein Vogelscheuchenwettbewerb gelaufen sein. So zwanzig Stück standen, individuell gestaltet (Deutschlands Modell mit adidas-shirt, Bayernemblem und Bundesadler - ob das die Vögel verscheucht?) auf dem Gelände herum. Der schottische Vertreter mit Kilt und Dudelsackpfeifen war auch ganz neckisch. Andere Exoten waren die Papageien, die in diesem botanischen Garten Aufnahme fanden. Schildkröten halten den Rasen kurz, wenn sie nicht baden oder faul in der Sonne liegen, und die Pfauen schlagen weiße oder bunte, prachtvolle Räder.

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Alle schlagen Rad, ob weiß...
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... oder in prächtigen Farben
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Funchal hinter Strelizien

Wenn sie einen potentiellen Fotografen nicht leiden können, drehen sie diesem immer die Seite hin, selbst wenn der die Laufrichtung ändert. Schlaue Tiere diese Pfauen. Übrigen hat man auch einen tollen Blick über Funchal. Beim frisch gepreßten Orangensaft beobachteten wir die Seilbahn nach Monte, stellten die Abwesenheit des Kreuzfahrtschiffes fest und schrieben etliche Urlaubskarten. Die Liebesgrotte sieht etwas kratzig aus mit ihren Lavagesteinssitzen. Wir verließen den Garten am nördlichen Ausgang, wo die Parkseilbahn ihren Anfang nimmt. Auch von dort war es nicht weit zum Auto.

Um die soeben geschriebenen Postkarten auf den Weg zu bringen und eine Tageszeitung zu erwerben, fuhren wir jetzt entlang der Ribeira zum Bauernmarkt hinunter, wo wir das Auto in einem Parkhaus abstellten. Schon beim Ersteigen des Straßenniveaus machten uns die fehlenden Kassenautomaten stutzig. Es wird sichon klären, wo wir die 30 Cent pro Viertelstunde abzugelten hätten. Hundert Meter weiter standen wir in der Markthalle. Um 16.20 Uhr kriegt man natürlich keinen frischen Fisch mehr. Also erstmal die Karten einstecken. Direkt vor dem Haupteingang stehen ein roter (normal) und ein Blauer Briefkasten (azul). Tscha. Ich fragte die Kellnerin der Marktbar und erhielt die erwartet helfende Auskunft - "Blue!" Die Süddeutsche Zeitung ist für stolze 3,-€ zu haben (normal 1,70€). Stimmt - selbst schuld. Wieder in der Markthalle erstand Heidi Beaf mit Hygienestempel zum Kurzbraten. Dazu kam noch Einiges an Gemüse für den obligatorischen Salat. Jetzt hieß es nur noch, die Parkgebühr zu entrichten, dann könnten wir wieder auf unsere Terrasse zurückkehren. Kein Kassenautomat weit und breit auszumachen. Wir fragten eine im Hause tätige Dame unter Vorzeigen des Parktickets nach, ja wonach? Sie ließ uns auf unserem Parkdeck aus dem Fahrstuhl aussteigen. O.K. fahren wir wieder hoch, vielleicht in die erste Etage, wo die Geschäfte sind. Der Aufzug schien nicht de rschnellste zu sein. Als er endlich hielt, wußten wir auch warum. Wir waren in der vierten Etage gelandet. DEm Hersteller müssen die Vierertasten ausgegangen sein und eine "1" hatte er noch übrig. Richtig, wir wählten jetzt die andere "1". Immer noch kein Kassenautomat zu sehen. "Mister Minute" schickte uns die Einkaufsstraße hinunter, aber ich mußte ein weiteres Mal fragen, bis wir in der Lobby des Einkaufsparadieses standen, das an Kassenautomaten spart. Außerdem steht der einzige Automat nicht wie in den Fahrstühlen angeschlagen im Norden des Hauses sondern im Südwesten. Wenn man einen Kompaß dabei hat, steigen die Chancen, die Suche ohne zusätzliche 30 Cent abzuschließen. Jedenfalls kommt man von dort wieder gut auf die Autostraße - immer an der Ribeira de Joáo entlang.

In Ribeira Brava begann es wieder zu sprühen. Schon blöd. Trotzdem räumten wir die Möbel wieder ins Freie, um im Buch bzw. der Zeitung zu lesen. Dann fertigte Heidi einen klassischen Salat zu dem Beafsteak mit Bratkartoffeln. Das Beaf wurde dann leider doch durch Spiegeleier ersetzt. Es trug zwar ein tolles Siegel, war aber eher dem längeren Garen zu unterziehen. Wir wurden natürlich trotzdem satt, zumal ich noch ein Stückchen Honigkuchen nachschob. Und im Hintergrund rauschte der Wasserfall.

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