Schwarzwald - 21. Juli 2022
Wieder neue Eindrücke
- Der Lothenbach________Wilde Natur____________________Und ich mittendrin
Als wir dreiviertelzehn am Parkplatz oberhalb der Lothenbachklamm ankamen, war die gegenüberliegende Bushaltestelle mit Wartenden voll. Wir schlüpften in die Wanderstiefel und schauten auf den Busfahrplan. Offensichtlich war der Bus in Richtung Lenzkirch ausgefallen. Aber da sind die Leute ja flexibel und sukzessive tauchten alle Wanderfreunde in die Lothenbachklamm ab. Die ist ziemlich wild und führt direkt zum Wanderparkplatz an der Schattenmühle. Wir bogen aber nicht nach Osten in die Wutachschlucht ein, sondern nach Westen, denn dort befindet sich das Räuberschlößle.
- Schloßweg?_________________Das Räuberschlößle___________Schatchtelwald
Nachdem eine ehemalige Burg dort verfallen war, kam das Gesindel
Einst die Burg Neu Blumegg
Im 14. Jahrhundert erbaut
Durch die Herren Blumegg
Im Bauernkrieg zerstört
Später Schlupfwinkel für
Gesindel. Daher Räuber-
schlößle genannt. und besetzte den abseits gelegenen Platz. Ja im Wald da sind die Räuber. Weiter entlang der Wutach kamen wir zum Stallegg, das wir diesmal
links liegen ließen, denn wir wollten uns noch das Mühlendobel ansehen und rausbekommen, was das überhaupt ist. Und siehe da, es ist ein kleiner Wasserfall, der unter dem
Namen firmiert.
- Stallegg____________________Mühlendobel_________________Auf dem Forstweg
Zurück am Stallegg nutzten wir die historische Brücke
Historischer Abriß
über die Wutach. Von hier aus wählte ich leider nicht den direkten und wahrscheinlich sogar schöneren
Weg nach Holzschlag sondern den etwas längeren, breiteren und wenig abwechslungsreichen Forstweg. Am Bähnle-Radweg kurz vor Holzschlag machten wir Rast. Der Radweg ist
auf dem alten Bahndamm bestens ausgebaut und wird auch gut angenommen. Von Holzschlag an teilten wir den Weg mit den Radwanderern völlig problemlos. Nach einem guten
Stück des Weges über schattenlose Wiesen tauchten wir noch einmal in den Wald ein, was sehr angenehm war. Zu guter letzt mußten wir noch 200 Meter entlang der Straße
zum Parkplatz laufen, auch kein Problem.
Zurück im Bierbrunnen stellten wir das Auto in die Garage und liefen in die Stadt, den halbjährlichen Jahrmarkt zu besuchen. Offenbar war es den Händlern auch zu warm. Ich schätze mal, viel mehr als dreißig Stände kamen nicht zusammen und wirklich Besonderes oder irgendwelche Raritäten konnten wir nicht entdecken. Es scheint, auch hier werden die Märkte vom Internet verdrängt. Ja, und der „Schnitzer” hatte heute aus persönlichen Gründen geschlossen, Jahrmarkt hin oder her. Vielleicht bekomme ich dann heute wenigstens ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte im „Café Jost”. Es dauert einige Zeit, bis wir die Konditorei gefunden hatten. Allerdings blieb es vergebene Liebesmüh, denn Bei diesen Temperaturen gibt es den Kuchen nur auf Bestellung und auch nur als rohen Blechkuchen. Ob sie uns für morgen zwei Stückchen bestellen solle, fragte die Verkäuferin. Wir bräuchten nur am Nachmittag vorbeikommen, und wenn nicht wäre das auch nicht weiter schlimm. Na gut dann bis morgen, ach und noch zwei Stück von den Nußriegeln für 1,30 € bitte.
Inzwischen war es 17.00 Uhr geworden und der Durst meldete sich. Beim „Kranz” soll es einen Biergarten geben. Ein lohnendes Ziel. Der Aufsteller vor dem Biergarten bedankte sich für die Geduld, der auf die Plätze wartenden Gäste. Hm, keine Bedienung weit und breit nur drei Gäste unterhielten sich. Wir verloren das Geduldsspiel und setzten uns an Tisch 42. Ein schmaler Gang führte in die Gaststube. Dort traf ich die Prinzipalin, wie sie später herausstellte. Auf meine Frage, ob ich zwei Bier bekommen könnte, antwortete sie „Aber selbstverständlich, bis 17.30 Uhr ist allerdings Selbstbedienung”. Erst dann käme das Personal. Das war mir recht.

- Das Bier zischt

- Der Sinn des Lebens
Hier waren sogar drei Biersorten im Anstich - Fürstenberger, Rothaus und Ganterpils. „Also erst mal zwei Fürstenberger bitte.” Es war wohl vergessen worden, den Aufsteller umzudrehen, ob ich das übernehmen könne? Na klar! Später bestellten wir das Essen. Heidi wollte heute mal die Rösti, so eine Art Kartoffelpuffer probieren und ich blieb bei Wildgulasch mit Spätzle. Das Gulasch hatte einen hohen Rehanteil und war exzellent. Heidis Röstis waren wohl nicht ganz durch, aber eßbar. Auch das Ganterpils wurde verkostet. Es ist etwas süffiger, vollmundiger als das Fürstenberger, das wiederum etwas frischer schmeckt. Zum Nachtisch gab es Eis mit heißen Himbeeren für Heidi und ein Tresterbrand für mich.

- Das Taubenschwänzchen
Plötzlich ertönte ein lautes Schwirren zwischen den Pelargonien, hervorgerufen durch ein flink die Blüten besuchendes, ziemlich großes Insekt mit schwarz-weißem Hinterteil. Die Bedienung meinte, sie nennen das Tier Pelargonienfalter und es treibe sich oft hier herum weitere Recherchen ergaben dass die gute Frau leicht falsch lag. Es war ein Taubenschwänzchen, das wir dort beobachten konnten.
Dann machten wir uns auf den Heimweg und kamen noch an der Freiwilligen Feuerwehr vorbei, wo die ganze Mannschaft angetreten war und der Kommandant gerade die anstehende Übung vorbereitete. In unserer Ferienwohnung bereiteten wir dann den Fernseherabend vor, denn die deutschen Damen hatten das Viertelfinale gegen Österreich vor der Brust. Es wurde ein spannendes Spiel mit viel hin und her und einem bravorösen 1:0, einem späten 2:0 und vielen Alutreffer auf beiden Seiten. Für mich trotzdem ein verdienter und auch überzeugender Sieg.
Gute Nacht!



