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Badetag

Montag
25. Juli 2022

 
|Übersicht|
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______Colmar

Colmar

Da für heute der wärmste Tag der Woche angekündigt worden war, packten wir die Badesachen ein und fuhren nach Colmar, um die Stadt kennen zu lernen. Einen bezahlbaren Parkplatz findet man hier leicht, zumal die Parkgebühren zwischen 12.00 und 14.00 Uhr ausgesetzt sind. Da sind nämlich die Geschäfte geschlossen, was eine Gebühren­erhebung offensichtlich ausschließt. Wer nichts kaufen kann, hat auch kein Grund, hier kostenpflichtig zu parken. Wir befanden uns am Rande der Altstadt gingen um zwei Ecken und schon waren wir in der Fußgängerzone.

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Die Zunftstube_______________Maison des Têtes____________9 Rue de Boulangers

Das erste auffällige Haus war die „Zunftstube der Ackerleute”, einer in Preußen unbe­kannten Zunft. Das „Kopfhaus”, wegen der vielen angebrachten Köpfe so genannt, hatte ein ehemaliger Bürgermeisterimg_20220725_104827
Maison des Tetes
in elsässischem Dialekt "Kopfhüs"
Dieses Gebäude wurde 1609 von
Antoine Burger errichtet
Bürgermeister von Colmar
1626 - 1628
im 17. Jahrhundert erbauen lassen, bevor es Ende des 19. Jahrhunderts zur Weinbörse umgewidmet wurde. Auf dem Giebel thront ein Weinküfer, den Auguste Bartholdy im Auftrag der Börse schuf. Wer Bartholdy ist? Mit dem Komponisten hat er nichts zu tun, aber wenn man nach Colmar hinein kommt, sieht man unter Um­stän­den eine kleine Version der New Yorker Freiheitsstatue. Die hat nämlich Bartholdy ent­worfen. Es gibt sogar ein Denkmal mit ihm, da steht eine kleine Freiheitsstatue auf seiner rechten Schulter, wie man es von Papageien kennt. Kommt aber auf die Perspektive an. Offiziell steht sie neben ihm.

In der Touristen-Information erfuhren wir, daß die nächste deutschsprachige Stadt­füh­rung Anfang August durchgeführt werden würde. Aber mit der grünen oder der weißen Touri­bahn könne man sich das ein oder andere in der Sprache seiner Wahl über die Se­hens­würdigkeiten Colmars erzählen lassen. Vierzig Minuten Für 8,50 € ist schon akzeptabel und es lohnt sich wohl. Leider war der aktuelle Zug schon komplett an eine Gruppe vermietet, weshalb wir noch Zeit für einen kleinen, durch die Altstadt führenden Bummel hatten. Hier verkehrte auch ein kleiner, kostenloser Elektrobus ohne sonstige touristische Facetten. Der fährt ohne erkennbare Haltepunkte 'ne knappe Stunde durch die City, wie uns die Fahrerin erklärte. Wir wollten aber schon einige Erläuterungen zu den vorbeiziehenden Blickfängen bekommen.

Der nächste weiße Zug war unser. Daß Heidis Kopfhörer nur links funktionierte, wurde durch den noch freien Nachbarhörer behoben. Der Fahrtwind brachte dann eine gewisse Frische in die ganze Aktion, denn es wurde immer wärmer. Die durchdeklinierten Zahlen und Zeiten merk ich mir sowieso nicht, aber daß es hier verboten ist, zwei nebeneinander stehende Häuser im selben Farbton anzustreichen, blieb hängen. Deshalb sind hier alle Städte und Dörfer so schön bunt. Und daß die Alte Markthalle sonntags geöffnet und deshalb heute geschlossen hatte, war eher zu unserem Nachteil, weil wir sie nur von außen betrachten konnten. Und Bartholdy samt seiner diversen Werke war natürlich omni­präsent. Insgesamt waren wir sehr zufrieden mit dieser mobilen Stadtführung.

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Rue d'Eglise_________________Die Markthalle_______________Kein Tisch frei

Anschließend begaben wir uns per pedes in Richtung Klein Venedig, ein passendes Restau­rant zu finden. Am Fluß, der wohl Lauch heißt, war alles voll. Aber in einer Gasse in der Nähe gelang es uns, einen freien Tisch zu ergattern. Das hier sei ein Restaurant und man müsse auch etwas verzehren, belehrte uns die Kellnerin. Das hätten wir vor, ließen wir sie wissen. Aber erst mal zwei kühle Bier bitte. Dann genossen wir die Flammkuchen, die wieder hälftig getauscht wurden. Wirklich gut

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Uns geht's gut"
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Markt vorm Gießkannenhaus

Langsam zog der Badesee immer stärker. Wir bezahlten, waren pünktlich um 14.00 Uhr am Parkplatz und starteten, wegen der Hitze im Auto mit offenen Fenstern zu unserem Sehn­suchtsort. Das Bad war gut besucht, was wir schnell an den belegten Parkplätzen merkten. Aber wir hatten Glück. Eine Familie hatte genug geplanscht und räumte ihren Parkplatz unweit des Einganges. An selbigem überraschte uns eine Taschenkontrolle durch einen Sicherheitsdienst. Ich mußte unsere gläserne Wasserflasche zurück zum Auto schaf­fen, das ja nicht unweit stand. Im Bad fanden wir sogar noch ein schattiges Plätz­chen, was uns sehr angenehm war. Heidi durfte sich als erste abkühlen, damit ich weiter meine Tage­buchnotizen vervollständigen konnte. Heidi war ganz begeistert. Der See hatte die Farbe eines Bergsees und war auch so klar – perfekt. Dann ging ich schwimmen, dann wieder Heidi und dann wieder ich. Ein eingespieltes Team eben.

Um fürs Abendbrot gerüstet zu sein, wollten wir noch den Supermarkt Enrique wie leer besuchen, den wir erst nicht fanden. Es ist auch gar kein richtiger Supermarkt sondern ein alternativer, zweiter Tankstellenshop mit ebensolchen, gehobenen Preisen. Etwas Brot, Tomaten, Käse und Wein sollten genügen.

Gute Nacht!

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