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Hunawihr
7 km

Dienstag
26. Juli 2022

 
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__Ribeauvillé

Drei-Burgen-Wanderung

Heute wurden wir durch ein ziemliches Gerumpel vor unserem Balkon geweckt. Als Heidi nach der Ursache des Lärms schaute, sah sie einen greifbar nahen LKW, dessen Ladung mit einem Gabelstapler auf das gegenüberliegende Grundstück geschafft wurde. Das Weingut Marc Tempé bekam Leergut zum Befüllen. Bis wir gefrühstückt und den Tag logistisch vorbereitet hatten, war die Lieferung dann aber abge­schlos­sen und die Blockade unserer Garage aufgehoben. Heidi hatte auf Komoot eine Be­schreibung der Drei-Burgen-Wanderung gefunden, der wir folgen wollten. Aber schon der Parkplatz in Ribeauvillé wurde ein anderer, sogar günstigerer von der Lage am Wanderweg her. Er liegt nördlich der Fußgängerzone an einem kleinen betonierten Bolzplatz und bietet so zwanzig Autos Platz.

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Domäne J. Sipp______________Blick nach Süden_____________Ulrichs- und Girsburg

Durch Weinberge stiegen wir langsam zur Ulrichsburg auf. Wir hatten herrliche Ausblicke nach Süden auf Ribeauvillé und die Wehrkirche von Hunawihr. Dann tauchten auch Zel­len­berg und Colmar auf. Der Wanderweg machte uns richtig Spaß. Und dann erst die Burgen.

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Die Ulrichsburg mit Burg Girsberg im Hintergrund

Saint Ulric ist wunderbar hergerichtet. Wir konnten uns alles ansehen und sogar der Turm war begehbar. Auch die Nachbarburg Girsberg ist gut gesichert nur die dritte, obere Burg Hoch Rappoltstein soll man wegen Einsturzgefahr nicht begehen. Hier ist Eigen­ver­ant­wortung gefragt. Rückzu liefen wir über die Lutzelbachquelle und folgten dann einem schattigen Waldweg immer am Bach entlang.

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Blick zurück_________________Burg Girsberg_______________Burg Hoch Rappoltstein

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_____Hunawihr

Nun wollten wir uns das vorhin entdeckte Hunawihr näher anschauen. Das kleine Wein­bau­erndorf ist ebenfalls in die Liste der schönsten Dörfer Frankreichs eingetragen. Die Kirche ist ein Wallfahrtsort und basiert auf einem römischen Wehrturm, der dann schließlich wei­chen mußte. Was wir hier erstmalig vorfanden war, daß das Gotteshaus als Simultaneum genutzt wird, also von beiden Konfessionen. Dazu kommt, daß der katholische Friedhof innerhalb der Wehrmauern liegt und der protestantische außerhalb – einmalig.

Bei „Chez Suzel” fanden wir auf Nachfrage auch einen Tisch, der erst abgeräumt werden mußte. Das scheint hier erst zu geschehen, wenn echter Bedarf besteht. Da es schon Halbdrei war, wählten wir Schokokuchen mit Eis für Heidiimg_20220726_142547
Ausgesprochen lecker
und ein Becher Eis für mich.

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Schön wie überall____________Die Wallfahrtskirche___________Haus passend zum Auto

Jetzt waren wir fit für die nächste Weinverkostung. Heidi erkundigte sich bei Chefin nach einem trockenen Gewürztraminer, ob sie wüßte, welcher Winzer den so ausbaue. Eigentlich keiner, aber der Ermel habe den am meisten in diese Richtung gehenden Wein. Danke sehr. Zuerst kamen wir aber bei Jean-Luc Mader vorbei, bei dem wir Muskat und Pino-Gries kauften. Ich holte das Auto, wir luden unseren Einkauf ein und fuhren weiter zu David Ermel & Fils. Ja, der Gewürztraminer überzeugte uns, wie auch der Muskat. Weiter gab es eine spezielle Rebsorte (Auxerrois), die uns gut schmeckte. Und dieser Wein noch im Barrique ausgebaut, mußte sein.

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Der Weinkeller
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DDas Familienwappen

Mal abgesehen davon, daß hier sowieso die mei­sten Einwohner auch deutsch sprechen, hatte Mon­sieur Ermel in den Siebzigern in Berlin seinen Mili­tärdienst geleistet. Er war ein sehr angenehmer Ge­sprächspartner. Sie hätten auch in den Ostteil der Stadt gedurft aber nur in Uniform und Über den Checkpoint Charlie. Ob er diese Möglichkeit jemals genutzt hat, kam nicht raus. Aber er hat ein Cousin in Berlin mit Haus am Wannsee, den er ewig nicht gesehen habe. Wäre eine Reise wert. Au Revoir!

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Ist zu eng im Nest

Heute wollten wir mal wieder zum Essen ausgehen. Die „Auberge du Froehn” hatte Heidi als Ziel herausgesucht. Als wir dort ankamen, mußten wir an der Türe le­sen, daß es erst wieder am 29. Juli öff­nen würde. Das war schade, denn so landeten wir erneut im „Le Schloss­berg”. Das Essen blieb wiederum unter den Erwartungen. Heidis Kar­tof­felauflauf war so unbefriedigend wie das Flam­bie­ren meiner Nierechen. Zum Glück hat­ten wir sehr nette Tischnachbarn aus der Chem­nit­zer Gegend. Sie waren mit ihren Rädern unterwegs und bis hierher gera­delt. Wir schwärmten ihnen etwas von unserer heutigen Burgen­wanderung vor und sie erzählten von ihren Urlaubs­er­lebnissen. Santé!

Als wir wieder auf unseren Balkon traten, überraschten uns drei auf dem Nachbardach ge­lan­dete Jungstörche mit ihrer Anwesenheit. Irgendwie hatten sie keine Lust mehr auf ihr Nest und waren erst am nächsten Morgen abgeflogen.

Gute Nacht!

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