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Gelmerbahn

Freitag
15. Juli 2022

 
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Jetzt fahr'n wir zum See

Beim Frühstück wurde endlich Lis großartige Himbeertorte niedergemacht. Dazu gab es noch von Li bereitetes Rührei. Der Appetit schien allgemein langsam wieder zurück zu kom­men. Bis Annika dann ihren Bus auf Abfahrt getrimmt hatte, wurden auch im Hause diverse Vorbereitungs- und Reinigungsarbeiten für unseren morgigen Aufbruch durchge­führt. Annikas etwas malades Klappdach schloß gottseidank dann doch korrekt und gegen 11.00 Uhr verließen sie uns.

Der vergnügungssüchtigen Teil der Truppe brach zur steilsten, offenen Standseilbahn Europas (106%) auf. In Innertkirchen kaufte Max schon mal die Tickets für 13.24 Uhr. Wir würden oben am Gelmersee eine gute Stunde Zeit haben, die Gegend zu ergehen. Für eine Umrundung des Sees würde es nicht reichen. Allein die Bahnfahrt würde spannend werden. Und dann war da ja auch noch die begehenswerte Handeggfallbrücke, die in 70 Metern Höhe das Tal hängend überspannt.

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Nur Mut!
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Die Handeggfälle

Es gibt vor Ort mehrere Parkplätze, von denen der nächste genau noch einen Platz für Max bereit hielt. Ungefähr 100 Meter weiter kam auch ich un­ter. Kleiner Tipp, auf der ge­gen­überliegenden Stra­ßenseite geht's zum Parkplatz Handegg an der Kä­se­rei hinauf. Aller­dings braucht es Schwindel­frei­heit, um über die 70 Meter lange Hängeseilbrücke zur Gelmer­bahn zu gelangen. Wir nutzten den Stan­dardweg und da wir noch reichlich Zeit hat­ten, querten wir die Handeggschlucht und deckten uns mit Käse ein. Den Käse durften wir hier im Laden lassen, um ihn erst nachher abzuholen, denn ein Snack nach den spannenden Aktivitäten wähnte uns ein lohnendes Ziel.

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Die Staumauer_______________Auf der Mauer_______________Hinter der Mauer

Die offene Bahn war gut ausgelastet. Hoch fährt man sozusagen rückwärts. Erst liegt man fast, während man im Laufe der Fahrt aufrecht zu sitzen kommt, bevor man am Ziel wieder eher liegt - Interessante Variante diese Bahn. Oben angekommen, liefen wir am Stausee entlang, fotografierten wie wild, überquerten die Staumauer, genossen die Panoramen, die die Natur bot und kehrten wieder um. Eine tolle Farbe besitzt der See. Sie erinnerte mich an unser erstes Auto, den blauen Hirsch. Unterhalb der Stadtmauer verläuft ein Wanderweg, der vor allem für die Gestaltung von Liebesschwüren in Form von Steinmosaiken genutzt wird.

An der Bahnstation beobachtete ich eine vierköpfige Klettergruppe, deren Mit­glie­der mit großen Rucksäcken, Helmen und Seilen ausgestattet, dabei waren, ihren Aufstieg unter Anleitung des Lei­ters vorzubereiten. Sah spannend aus. Wir legten uns dann wieder in die Sitze des Wagens. Offensichtlich waren wir neben einem anderen Pärchen die ein­zigen die vor 14.48 Uhr gebucht hatten. Die Fuhre wurde trotzdem voll. So ganz durch schaue ich das System nicht. Hätten wir den See also doch umrunden können und uns dann einfach eventuell freie Plätze anstellen können? Wer weiß. Jedes jedenfalls ist das Bewe­gungs­ge­fühl abwärts ein anderes als das vorige, vielleicht weil man auf die steilste Stelle zufährt und nicht wie vorhin nur der Passage hinterherschaut.

Der Appetit war uns auf der Talfahrt nicht vergangen. Wir brauchten nur noch einmal über die Hängebrücke schaukeln und schon war die Käse-Wurstplatte in greifbarer Nähe. Dazu wurden kühle Getränke gereicht, das hatten wir uns verdient. Unvermittelt begann die Planung des Abendessens. Um uns vor der morgigen Abreise von unnötigen Arbeiten zu befreien, hatten wir beschlossen, heute in einem Restaurant zu speisen. Zu Acht würden wir einen Tisch bestellen müssen und im Freien sollte der auch stehen. Daran scheiterten im Endeffekt alle Reservierungsversuche. Wird schon irgendwie werden. Wir packten unsere wohl gekühlten Käse ein, freuten uns ein letztes Mal der schwankenden Brücke und wandelten zum Parkplatz. Zurück im Chalet wurde die Abreise weiter vorbereitet. Christa, Alex und Florian verweigert die Nahrungsaufnahme auch noch, als wir Ihnen die Speisekarte virtuell zukommen ließen. Wie sich später herausstellte, vertilgten sie das Aglio é Olio von gestern kalt, weil der Geschirrspüler lief. Der Parallelbetrieb mit dem Herd war per Wechselschalter ausgeschlossen.

Wir fuhren um 18.15 Uhr hinunter nach Brünig und baten einen Schweizer Militär­an­gehö­ri­gen, den von ihm allein belegten Achtertisch gegen einen kleineren zu tauschen. „Kein Problem.” meinte er, sehr freundlich. Ute und mich hatte das Appenzeller Lachsfilet ins Auge gestochen. Das war dann auch super. Scott aß Suppe und Flammkuchen und war es zufrieden. Heidi war eingenommen von ihrem Entrecoté wie auch Maximilian von seinem Burger. Die Süßkartoffelpommes gibt es nicht überall. Und Li war mit seinem Leberragout scheinbar auch gut bedient. Veronikas Geschnetzeltes, extra aus Zürich eingeflogen, mundeten zu den Röstis wohl auch bestens. Das war doch mal ein zünftiges Abschlußmahl.

Unsere Kaltnudelesser hatten inzwischen schon die Schlafzimmer gesaugt. Super. Wir packten unsere sieben Sachen zu Ende und Heidi brachte den Kühlschrank auf lückenlose Nutzbarkeit. Auf der Terrasse ließen wir den Abend an uns vorüberziehen. Nach und nach folgten die eine und der andere den einladenden Rufen ihrer Betten. Morgen geht's heim bzw. für uns in den Schwarzwald.

Guat Nacht!

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