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Wochenmarkt

Mittwoch
17. Mai 2006

 
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Käsereibesichtigung

Unmittelbar nach dem Frühstück, brachen wir auf, um uns von Salvatore seine Arbeitsstätte zeigen zu lassen. Die "Latterie Riunite" befindet sich in der Zona Industriale - secondo Fase, was ziemlich geheimnisvoll klingt. Außer den Merkmalen Windrad und Wasserturm war noch von der Firma Triumph die Rede gewesen, die hier allerdings Kühlgeräte fertigt und keine Untertrikotagen oder Strumpfhosen. Da die Straßen frei waren, kamen wir eine Viertelstunde zu früh am verabredeten Treffpunkt (Wasserturm) an. Wir wollten Salvatore jedoch nicht aus seiner Arbeit reißen und riefen ihn erst fünf Minuten nach zehn Uhr an. Über eine Brücke kamen wir auf die westliche Seite der vierspurigen Ausfallstraße, wo wir auch gleich auf die Käserei stießen. Zuerst sahen wir das Labor, wo unter anderem die angelieferte Milch untersucht und anhand der Ergebnisse über den Ankauf entschieden wird. Täglich werden hier 20000 Liter Milch zu Mozarella, Ricotta und anderen Käsen verarbeitet. Da gibt es ganz spezielle Ragusaner Sorten aber auch Schnittkäse, die allerdings außerhalb reifen. Leider war die Mozarellaherstellung für heute schon beendet. Neunundvierzig Leute verdienen hier ihr Brot mit Milchprodukten, die ausschließlich auf Sizilien zu haben sind. Es war wirklich ein interessanter Rundgang. Salvatore zeigte uns noch den Weg zum Wochenmarkt und bot uns an, einige Kostproben für uns auszusuchen, die wir nach dem Marktbesuch bis 12.30 Uhr abholen sollten, da wir keine Kühlbox zur Verfügung haben.

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Am Fußballstadion

Der Markt, am Stadion von Ragusa zelebriert, wird eindeutig von Klamotten- und Schuhhändlern beherrscht. Daneben gibt es viel Kleinkram und Haushaltsgegenstände, einen Fisch- und einen Käsestand, mehrere Fleisch- und Wurststände, sowie Stände mit eingelegten Oliven, kandierten und getrockneten Früchten, Nüssen und Kernen. Zugeschlagen haben wir nur bei Obst und Gemüse, ach und Nähzeug für 1,10 € (Nadel und Faden) haben wir noch erstanden. Anschließend mußten wir ins Zentrum der Stadt, um endlich das USB-Kabel für den Fotoapparat zu bekommen. Ohne die Skizze des freundlichen i-Mitarbeiters von gestern hätten wir den unscheinbaren Computerladen garnicht erst wahrgenommen. Er sah auch ziemlich geschlossen aus, war es aber gottseidank nicht. Ein Kabel war vorrätig und für 8,- € zu haben. Alle Anwesenden halfen dann, das Wechselgeld auf 20,- € zusammenzubekommen. Das hatte schon was. Wir fanden wieder gut aus dem verkehrschaotischen, Ragusaner Zentrum heraus, wo ich oft den Verdacht hatte, daß sich sogar die Einheimischen verfahren haben. Aber das kann uns ja egal sein. Wir waren schon um 12.10 Uhr wieder bei Salvatore, jedoch kam er nicht gleich von seiner Arbeit weg, sodaß wir in dem kühlen Raum der Expedition, direkt neben dem Werksverkauf, auf ihn warteten. Und das Warten lohnte sich, denn jetzt waren wir für die nächsten Tage mit den schmackhaftesten Milchprodukten der Region bestens versorgt.

Den Rest besorgten wir uns anschließend im Supermarkt. Der Pool rief und wir folgten. Nach dem Abendmahl - Gnocci mit Rindergehacktem - schrieb ich noch einige Zeilen während Heidi ihr Buch "Die Wand" zuendelas. Da fiel mir doch ein, daß ja Mittwoch ist und so langsam müßte doch das Championsleaguefinale ausgespielt werden. Ich hatte nur die ersten fünf Minuten verpaßt. CF Barcelona gegen Arsenal London - es ging unheimlich schnell hin und her. Lehmann rettete der Mannschaft zum Preis seiner Herunterstellung das 0:0. Arsenal ging zu zehnt sogar mit 1:0 in Führung, verteidigte diese bis ca. eine Viertelstunde vor Schluß leidenschaftlich, um doch noch zwei Tore zu kassieren. Im Großen und Ganzen war Barcelona dieses eine Tor besser. Nur hätte ich gern noch etwas mehr von Jens Lehmann gesehen gehabt.

Buona Notte!

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