Schweiz, Cornwall & Devon - 25. August bis 15. September 2018
Torcross schwer erreichbar
Der Himmel hielt sich auch heute voll bedeckt. Ich kopierte die noch nicht überspielten Fotos auf den Laptop und schrieb wieder Tagebuch. Heidi briet uns Fisch und Kartoffeln zum Mittag. Wir wollten mit dem Bus um Dreiviertelzwei nach Torcross fahren, von dort zum Leuchtturm wandern und dann wieder zurück nach Strete, so der Plan.
Wir standen also an der Bushaltestelle gegenüber des Gästeparkplatzes des Kings Arms, als der Bus kam und an uns vorbeifuhr. Wir sprangen hinter dem Bus auf die Straße, Aufmerksamkeit heischend, ohne dass es was genutzt hätte. Was soll das denn? Dann kam ein kleiner Bus und hielt vor uns, während der andere zurückkam und gegenüber hielt. Komisch. Die Busfahrerin erklärte uns ausführlich, daß der Sturm Emma Anfang März einen Teil der Straße nach Torcross einfach weggerissen hatte. Sie zeigte uns sogar ein selbst aufgenommenes Foto des fehlenden Stückes Straße. Sie führe jetzt nach Kingsbridge und dort müßte man umsteigen, um nach Torcross zu gelangen. Fahrtzeit nicht zehn Minuten sondern eine gute Stunde. Na in der Zeit sind wir auch gelaufen. Dann machen wir die Tour halt andersherum und lassen uns auf der Rückfahrt Zeit. „Besten Dank, dann fahren Sie mal ohne uns los!”

- Mit Cappucino in der Hand

- Geschickter Zeitvertreib
Am Küstenwanderweg waren wir dann erstmal nur am Brombeerpflücken und als wir am Strand anlangten, hatte dort sogar ein Kiosk geöffnet. Was? Na, zwei Cappuccini natürlich. Nicht weit vom Kiosk entfernt war neben der Straße auch der Küstenwanderweg gesperrt und wir mußten an den Strand ausweichen. Das war dann ziemlich beschwerlich, weil der Kiesstrand nirgendwo einen festen Untergrund bildete wie zum Beispiel der Sand an der Ostsee. Nach ungefähr einem Kilometer bekamen wir wieder festes Land unter die Füße und es lief sich entschieden leichter. Allerdings bekamen wir von dem weithin bekannten Naturschutzgebiet Slapton Lay nicht wirklich etwas zu sehen.

- Die Hälfte geschafft

- Und da liegt Torcross
Auf dem großen Parkplatz vor dem Dorf stand schon der Bus, noch mit dem Ziel „Torcross” beschildert. Es war inzwischen 16.00 Uhr und der letzte Bus sollte laut Fahrplan um 17.10 Uhr verkehren. Da schaffen wir die 5 Kilometer bis zum Leuchtturm zwar, aber zurück nie. Das beste wäre, wir fahren gleich also in zehn Minuten in Richtung heimatlicher Gefilde. Ein älterer Mann saß auf den Stufen eines geschlossenen Geschäftes und schien ebenso auf den Bus zu warten, wie ein Wandersmann aus Wales, mit dem wir ins Gespräch gekommen waren. Als der Bus auch um 16.30 Uhr noch auf dem Parkplatz verharrte, gab er auf und wanderte weiter in Richtung Osten. Der andere potentielle Fahrgast erklärte uns, daß er nur zwei Dörfer weiter wohne und in einer halben Stunde hinlaufen könnte, aber er warte lieber auf den nächsten und letzten Bus. Dann kam der Bus doch noch und hatte auf der Anzeige „Sorry, out of service” zu stehen.
Am Fahrplan stand „Zögern Sie nicht, uns anzurufen!” – keine Chance beziehungsweise keinen Abnehmer. Eine weitere Nummer war dem Busmanager zugeordnet – Anrufbeantworter. Ich hinterließ eine Nachricht, daß wir ob des nicht vorhandenen Services sehr ungehalten seien. Eine Reaktion darauf erhielt ich nie. Und dann fuhr auch noch, wie zum Hohn, der Busmanager-Caddy an uns vorbei. Unglaublich. Das Vertrauen war nun endgültig den Bach runtergegangen. Zwei Mal waren unsere Pläne ad absurdum geführt worden – wir laufen auch zurück, selbst wenn der Kilometer tiefer Kies an unseren Kräften zehren würde.
- Hübsche Blüten_________________Und Insekten__________________Am Wegesrande
Kurz vor Sechs liefen wir im Kings Arms ein und tranken Cider beziehungsweise Bier. Wir erzählten dem Wirt von unseren mißglückten Plänen und den nicht wirklich fahrenden Bussen. „Das kommt oft vor!” lautete sein Kommentar. Na dann Cheers.
Good night!



