Schweiz - 10. August 1999
Donnerwetter - Florian wird 20
Heute wurden wir zur Feier des Tages von Donnergrollen geweckt und es regnete kleine Jungs mit Holzpantinen. Wir ließen es also heute mal ruhig angehen und spielten nach dem Frühstück erstmal eine Runde Rommé. So viel Glück hatte ich noch nie. Das erste Mal überhaupt gelang mir Rommé-Hand, was Maximilian sichtlich aus dem Häuschen brachte. Als es dann nicht mehr so gut lief und Maxi wieder an mir vorbeigezogen war, schlug ich ein zweites Mal zu, was den Ausschlag dafür gab, auf Scrabble umzusteigen. Aber auch da lief es wie am Schnürchen. Ich konnte gleich beim ersten Mal alle sieben Buchstaben verbasteln und hatte so einen blendenden Start. Nachdem ich zweimal mit knapp 100 Punkten Vorsprung gewonnen hatte, bot die Mittagspause endlich die Möglichkeit, meinem glücklichen Spiel ein Ende zu bereiten.
Da die Sonne sich inzwischen durchgesetzt hatte, konnten wir die Spaghetti auf dem Balkon mit Käse bestreuen und genießen. Auf einen Verdauungsspaziergang hatte Maxi keinen Bock und so flanierte ich mit Heidi (grün-weiß gesteifte Hot Pants und Obstnicky) um den Heidsee. Dann war es Zeit zum Einkaufen. Wir brauchten nur noch einige Kleinigkeiten, um das für heute abend geplante Käseraclette zünftig bestreiten zu können. Ich bin dann noch mit Maximilian auf den stellenweise immer noch ziemlich nassen Fußballplatz gegangen. Wir spielten uns den viel zu weichen Ball x-mal zu. Maxi übte fleißig Dribblings, Flanken und Torschüsse. So verging die Zeit so schnell, daß Maximilian einen Großteil der Simpsons verpaßte!

- Maximilian der Genießer
Und dann wurde das Raclette aufgebaut und die Zutaten herangetragen. Der Käse lief super und schmeckte auch sehr gut zu den Kartoffeln und zum Brot. Das Gehackte (Hamburgerfleisch) hatte wohl ein muskatverliebter Fleischer gewürzt. Trotzdem ließen wir uns alles schmecken. Auch Champignon- und Succinischeiben wurden gebraten und mitvertilgt bis wir nicht mehr konnten. Wir waren danach wie genudelt und konnten nur noch bei einem oder zwei Verteilern scrabblen. So ging der Abend mehr oder weniger vergnüglich zu Ende, denn Maximilian fiel es ausgenommen schwer, seine Niederlagen zu verkraften. Daß Heidi die letzte Partie gewann, verschlimmerte diesen Zustand eher. So verzog sich Maxi in sein Zimmer und lugte nur nochmal zum Spiel Benfica Lissabon gegen Bayern München herein.
Es ist schon erstaunlich, wie müde man auch nach so einem Ruhetag sein kann. Das machte uns doch etwas nachdenklich, ließ uns aber trotzdem herrlich schlafen.
Jost



