Schweiz - 11. August 1999
Wandern im Dunkeln
Das Wetter scheint heute nicht so richtig mitspielen zu wollen bei der Sonnenfinsternis. Es regnete früh zwar nicht, aber von Bergen geschweige denn der Sonne war weit und breit nichts zu sehen. Leider verpaßten wir sogar den Wetterbericht, da wir erst um 9.00 Uhr aufstanden. Für eine größere Tour z.B. nach Arosa schien der Tag kaum geeignet und so entschlossen wir uns, mal kurz nach Wiesen zu fahren. Dort kann man auf einer alten, jetzt gesperrten Straße bis nach Davos wandern. Die Straße verläuft immer am Landwasser, so heißt der Bach, entlang und das alles zum Teil tief in einer Schlucht. Nur Maximilian wollte lieber Radfahren. Nun gut, wir fuhren jedenfalls gegen 10.20 Uhr hier los über Tiefencastel nach Wiesen und von dort hinunter auf einer schmalen, unübersichtlichen Straße zur Station Wiesen. Leider verpaßten wir hier den richtigen Weg und kraxelten ersteinmal wieder knapp 300 Höhenmeter hinauf bis fast auf den Janisberg. Inzwischen hatte es auch noch zu nieseln begonnen und die Stimmung verdüsterte sich mehr als die Sonne. Im Chüetal stiegen wir wieder zum Landwasser hinab und kamen endlich auf den ursprünglich geplanten Weg. An den Brombäu trafen wir einige Waldarbeiter, die die Straße von Überwuchs befreiten. Sie hatten wohl gerade ihre Brotzeit beendet, denn das Lagerfeuer brannte noch. Wir setzten uns also unter eine riesige Tanne und konnten so, vor dem Regen geschützt, unsere Mahlzeit zu uns nehmen. Am anderen Ufer dachten wir erst eine kleine Felswand zu sehen, die sich aber dann als eisiger Überrest vom letzten Winter erwies. Damit hatten wir ja nun doch nicht gerechnet. Als wir uns gestärkt und an dem "Gletscher" sattgesehen hatten, hängten wir uns wieder unserere Regenjacken über und spazierten weiter in Richtung Monstein. An der Station mußten wir eine halbe Stunde auf den Zug nach Wiesen warten. So hatte ich wenigstens ausreichend Zeit, das kleinste Kleingeld für die 3,- Fr. pro Person und die eine Station herauszusuchen. Zu sehen gab's auf der sechsminütigen Fahrt auch nicht allzuviel, weil der größte Teil der Bahnstrecke in Tunneln versteckt liegt. Wir stiegen also um, von der Bahn ins Auto, und stellten die Heizung größer, weil Heidi einigermaßen angeweicht war und nach Wärme heischte. Diemal fuhren wir über Brienz auf einer idyllischen Straße nach Lenz und dann Heim. Maximilian traf erst später ein und konnte berichten, daß in der hiesigen Umgebung kein Tropfen Regen gefallen war. Na toll! So war er wenigstens trocken geblieben und hatte etwas anstellen können mit dem geliehenen Mountain Bike.
Im Moment sind wieder die Regeltätigkeiten angesagt. Nach Reis und Fisch gingen wir dann zur "Kultur auf dem Paß". Die Hauptstraße war zur Fußgängerzone gemacht worden und vom Leierkasten über das Alphorn bis hin zu verstärkten Gitarren waren alle möglichen Instrumente vertreten. Wir kosteten einen Kirschlikör und gingen dann schauen, was Maximilian so trieb. Es lief gerade "Stargate", wodurch wir das erste Tor von Hertha gegen Farmagusta verpaßten. Das 2:0 konnten wir dann aber doch noch life erleben. Ob das reichen wird? Nachdenklich ...
Jost



